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Archiv der Kategorie: bauen in Paraguay

Nachbarschaftshilfe in Paraguay


Luis unser Nachbar fragte mich was man alles braucht um einen Estrich in sein Wohnzimmer einzubauen. Ich schaute mir die Sache an und gestern Nachmittag nahm ich mir drei Stunden Zeit und zog ihm den Boden in sein Zimmer.

Den Sand holten wir aus unserem Fluss und er musste nur noch etwas Zement besorgen. Nach getaner Arbeit tischte uns Luis seine Frau dann ein leckeres Essen auf. Und wie sollte es anders sein, es gab Spaghetti mit Gulasch. Die Familie war glücklich über ihren neuen Fußboden und das anschließende Foto fürs Familienalbum war für mich eine leichte Übung.

Zementfußboden, für uns Deutsche eine Selbstverständlichkeit, für viele Paraguayer aber ein Stück Luxus.

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Verfasst von - September 3, 2014 in Alltag, bauen in Paraguay, Nachbarn

 

neue Wege braucht das Land


Wenn wir in Quiindy die asphaltierte Straße verlassen, liegen noch 14km Erdweg vor uns, bevor wir an das Tor unserer kleinen Farm kommen. Doch in Sachen Straßenbau und Infrastruktur scheint sich nun etwas zu tun. Bis jetzt lagen drei antike Holzbrücken auf unserem Weg, welche bei unseren Besuchern immer Freude ausgelöst haben.

Diese gehören nun bald der Vergangenheit an. Die Bauarbeiter haben Quartier bezogen und an allen Brücken auf dem Weg von Quiindy nach Ybycui wird gearbeitet. Die alten Holzbrücken haben ausgedient und werden durch neue Betonbrücken ersetzt.

Und das ist erst der Anfang. Bis Ende 2018 soll dann die Straße auch asphaltiert sein, was für uns bedeuten würde, dass wir nur noch 2km vom Asphalt entfernt wohnen würden. Ob das nun alles auch so zeitlich hinhaut sei erst mal dahin gestellt. Doch der Wille ist zu sehen und bis es soweit ist, werden wohl noch ein paar Stoßdämpfer die Elastizität verlieren..

 
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Verfasst von - August 1, 2014 in bauen in Paraguay, Brückenbau

 

unser neuer Steinofen


Wir Deutschen sagen dazu Steinofen oder Lehmofen. Hier in Paraguay heißt er Tatakua. Tatakua ist Guarani und bedeutet wörtlich übersetzt „aus Feuer“. Als wir unsere kleine Farm übernahmen stand hier auch so ein Tatakua, doch wir wusste ihn nicht zu gebrauchen und so war er mehr oder weniger nur zum anschauen.

Irgendwann fuhr dann ein Ochsenkarren durch den Ofen und selbst zum anschauen blieb nichts mehr übrig. Mit der Zeit erfuhren wir, wie so ein Ofen funktioniert und dass der Tatakua eine wirklich nützliche Sache ist. Mit Holz befeuert, schont er den Geldbeutel und ob Brot, Ente oder Pizza, man kann alles in dem Steinofen zubereiten.
Es war also an der Zeit, unseren Ofen wieder zum Leben zu erwecken. Der Platz blieb der gleiche, doch der Lehmofen sollte etwas komfortabler gestaltet werden. So wurde die Arbeitsfläche, durch einen Felssteinsockel etwas nach oben verlegt und Ali testete als Erster den neuen Komfort.

Für den Boden des Steinofens, hat jeder Maurer sein eigenes Rezept, was die Materialzusammensetzung des Untergrundes angeht. Da wird mit zermahlenen Knochen gearbeitet, mit Schmalz, Bienenhonig oder auch sauerer Milch. Ich ließ mich von unserem Capataz für den Zusatz von Glasbruch überzeugen und mischte zerschlagene Flaschen mit in das Lehmbett des Bodens.

Der Ofen bekam einen Innendurchmesser von 1,10m und verbaut wurden 450 Steine.

Nach insgesamt 5 Tagen harter Arbeit steht er nun. Unser neuer Tatakua.

Da der Felssteinsockel etwas groß geraten ist, findet darauf auch gleich noch ein Grill und eine mit Holzfeuer betriebene Kochplatte Platz. Wir sind also vorbereitet auf die Energiekrise. Denn wenn Gas und Strom alle sind, haben wir zum Kochen noch genug Holz im Wald.
Seine Einweihung wird der Lehmofen am kommenden Sonntag zum Osterfrühschoppen haben. Wenn, ja wenn das Wetter mitspielt. Momentan sind die Prognosen nicht unbedingt rosig, doch wir warten mal noch bis morgen Früh ab und treffen dann eine Entscheidung über Veranstaltung ja oder nein.

 
 

Vorbereitungen für den Osterfrühschoppen


Es ist Herbst in Paraguay. Der Winter ist nicht mehr weit und es ich höchste Zeit, sich um den Brennholzvorrat zu kümmern. Wir haben gestern den Wald aufgeräumt und ca. 2 Raummeter Brennholz gesägt. Dazu nehmen wir natürlich keine gesunden Bäume, sondern der Wind hat genug Geäst von den Bäumen geholt und auch zwei entwurzelte Bäume gab es zum zersägen. Am Abend war alles Holz zersägt und gestapelt. Bis auf die dicken Stämme, die nun noch gespalten werden müssen.

Mit der Axt hat man in diesem Falle keine Chance und da wir keinen Holzspalter haben, müssen die alt bewährten Alukeile und der Vorschlaghammer ran.

Nun brauchen wir nicht nur für die warme Stube unser Brennholz, sondern auch an Ostern wird einiges verheizt werden. Zum Osterfrühschoppen am Ostersonntag erwarten wir bis jetzt ca. 40 Gäste und außer Schwein am Spieß wird es auch Schwein aus dem Tatacua geben. Für das Feuerholz ist nun gesorgt, fehlt bloß noch der Steinofen. Hier, an dieser Stelle stand bis vor vier Jahren auch ein Lehmofen, doch zwei durchgebrannte Ochsen parkten Ihren Ofen in unserem.

Hier kommt unser neuer Tatacua auch wieder hin und heute habe ich angefangen den Sockel für den Ofenaufbau zu bauen.

Wenn das Wetter mitspielt, soll das Ding bis nächsten Freitag fertig sein. Der Ofen hat dann noch eine Woche Zeit zum trocknen. So, und jetzt ist Freitag und Feierabend.

 

paraguayische Handwerkskunst


Das die Paraguayer Meister im basteln sind, habe ich ja schon oft erwähnt. Doch manchmal zerbasteln sie auch Dinge. Wir hatten den Klimaanlagenmonteur bei uns. Er sollte einen Kühlschrank reparieren, die Spülmaschine wieder auf Vordermann bringen und eine Klimaanlage installieren. Das mit dem Kühlschrank hat er zu unserer vollsten Zufriedenheit wieder hin bekommen. Und auch die Spülmaschien, die sich vorher gar nicht mehr drehte, lief wieder, auch wenn warmes Wasser schön gewesen wäre. Man kann eben nicht alles haben. Doch bei der Klimaanlage, die vorher an anderer Stelle montiert war, versagte er auf ganzer Ebene. Die Klimaanlage funktionierte jedenfalls nicht. Keine warme Luft und auch keine kalte Luft strömte aus der Anlage. „Der Strom reicht nicht.“ war seine Aussage und wir beschwerten uns bei der Stromgesellschaft, die dann auch einen Tag später bei uns war und für mehr Spannung sorgte. Doch die Klimaanlage streikte immer noch. Mehrere Anrufe und ein paar Tage warten auf den Monteur vergingen, bis wir uns einen anderen Spezialisten bestellten. Der war auch schnell auf Fehlersuche und fand einen defekten Kondensator. Nachdem dieser gewechselt war, lief de Anlage aber immer noch nicht. Nun wurde die Wand aufgestemmt und die Rohrleitung untersucht. Dabei wurde diese professionell verlötete Stelle gefunden.

Wie die Lötnaht aussieht, wäre mir völlig egal gewesen, aber einfach ein dünneres Rohr zur nötige Verlängereung einzubauen, weil gerade kein anderes da war, schränkt dann die Funktion der Klimaanlage doch deutlich ein. Das dollste Ding aber war, die kunstvoll gebogen Kurve an der Wanddurchführung.

Durch diesen Knick kann keine Luft durchgehen. Das richtiges Rohr wurde nun eingebaut und ein ordentlicher Bogen wurde gefertigt. Und was soll ich sagen, die Klimaanlage funktioniert nun tatsächlich und der Sommer kann kommen.

 
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Verfasst von - Oktober 6, 2013 in Alltag, bauen in Paraguay

 

wenn der Pool undicht ist


Für nächsten Freitag, hat sich bei uns wieder einmal Besuch angemeldet. Ein Schulfreund gibt uns die Ehre und wohnt zwei Wochen bei uns auf der Farm. Vorher noch schnell einen Pool fliesen, so war der Plan, doch bevor ich mit den Fliesen anfangen konnte, musste erst einmal das Wasser aus dem Schwimmbecken entfernt werden. Die Vermutung, dass es sich bloß um angestautes Regenwasser handelte, bestätigte sich aber nicht. An einigen Stellen an den Wänden, wo vermutlich der Beton nicht richtig verdichtet wurde, plätscherten munter kleine Rinnsale und füllten das abgepumpte Wasser immer wieder nach.

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass dieses ja nicht so schlimm ist, weil der Pool ja sowieso mal mit Wasser befüllt wird. Doch wo das Wasser in den Pool rein kann, kann es auch wieder raus und nach wenigen Tagen würde der Pool wieder leer gelaufen sein. Außerdem besitze ich keine Fliesenlegerausrüstung, die mir das Unterwasserfliesen ermöglicht. Was nun? Das Wasser musste unter Kontrolle gebracht werden und wir verlegten Rohre, die den Eindringling kontrolliert abführten.

Das Wasser wurde gesammelt und abgepumpt.

Nun konnten wir eine weitere Betonschicht vor dem undichten Beton einbringen, ohne dass uns das Wasser diese wieder zerstört. Jetzt läuft es nur noch aus den eingebauten Rohren, die dann später mit Blindstopfen verschlossen und zugefliest werden. Mit einer Woche Verspätung, kann ich dann am Montag mit den Fliesenarbeiten beginnen, wenn mir das Wasser von oben keinen Strich durch die Rechnung macht.

 
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Verfasst von - August 3, 2013 in bauen in Paraguay, Poolbau

 

Baumeister mit vier Flügel


Gestern noch Sonnenschein und 28°C, heute wolkig und 12°C. So ist der Winter in Paraguay. Gut wenn man dann ein warmes zu Hause hat. Das haben sich auch unsere beiden Mönchssittiche, die wir als Küken bekamen, mit der Flasche groß zogen und dann wieder, vor gut einem Jahr, in die Freiheit zurück schickten, gesagt.(fantastischer Schachtelsatz) Und so bauen sie bereits seit einigen Monaten an ihrem eigenen Nest. Das Material dafür gibts vom Dach des Vogelkäfigs.

Ein günstiger Bauplatz war auch schnell gefunden, der gleich neben dem Baustoffhändler liegt.

Die Nachbarin Kicki nimmt die früheren Mitbewohner als neue Nachbarn in Kauf und beobachtet täglich die Baufortschritte.

Und so sieht das Nest jetzt von Außen aus.

Und so von Innen.

Es ist schon sensationell, was die beiden kleinen Vögelchen in ein paar Monaten gebaut haben. Und das ohne je eine Schulbank gedrückt zu haben oder irgendetwas von Statik oder Windlasten gehört zu haben. Von mir bekommen sie den Architektentitel anerkannt und wir dürfen gespannt sein, ob die Baumeister auch für Nachwuchs sorgen.

 
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Verfasst von - Juli 19, 2013 in bauen in Paraguay, Tiere

 

7.Juni ist internationaler lecker Bierchentag


Seit fast zwei Monaten bin ich nun auswärts auf meiner Baustelle beschäftigt. Nachdem die Fliesenarbeiten im und am Haus fast abgeschlossen sind, wartet nun der Poolbau auf mich. In dieser Woche ließ ich aber Baustelle Baustelle sein und blieb auf der Farm.  Aber auch hier war natürlich nicht faulenzen angesagt, sondern Helmut und ich nahmen unser Projekt Treppe in Angriff. Seit über einem Jahr sind unsere Stufen zu unserem Schlafzimmer nur ein Provisorium. Sie waren locker auf dem Treppenrohbau gelegt und der Aufstieg ins Himmelbett war nicht ganz ungefährlich.

Die ganze Sache hatte aber einen Sinn. Trockenes Holz ist in Paraguay schwer zu bekommen und auch wenn der Tischler sagt, „das Holz ist vollkommen trocken“, hat das nichts zu bedeuten. Unsere Stufen haben wir selbst geschnitten und diese lagen nun 18 Monate auf der Treppe zum trocknen. Am Montag ging es dann zum Hobeln und Zuschneiden. Eine spezielle Spachteltechnik gaben den Stufen ein ganz induviduelles Aussehen und nach zwei Tagen harter Arbeit, war die Treppe begehbar.

Helmut hat dann noch ein bisschen den Pinsel geschwungen und ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Heute ist Freitag und wie der Name schon sagt, heute wird nichts getan und frei gemacht. Dazu gibt es ein eisgekühltes lecker Bierchen und da dies schon seit vielen Jahre am 7.Juni so ist, erkläre ich hiermit, den 7.Juni zum internationalen lecker Bierchentag. Prost.

 
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Verfasst von - Juni 8, 2013 in bauen in Paraguay, lecker Bierchen

 

"Big Brother" in Paraguay


Na, wer kann sich daran noch erinnern? Es war im Jahr 2000, als die erste Staffel von „Big Brother“ über die deutschen Fernseher lief. Damals wurde man berühmt, wenn man in einem Container wohnte. Auch ich wohne zur Zeit in einem 40Fuß-Container, der zu einem Wohncontainer umgebaut wurde.

Berühmt wedre ich dadurch heute bestimmt nicht, aber es ist eine praktische Sache, wenn man sich ein Häuschen bauen will und ein vorübergehendes zu Hause braucht. Der Container bietet Platz für eine kleine Küche, ein kleines Bad, einen Tisch mit Stühlen und ein großes Bett.

Umgerechnet 5500,-Euro kostet so ein umgebautes Blechhaus und weite Anfahrtswege zur Baustelle bleiben einem erspart. Natürlich geht das auch billiger. Die paraguayische Variante eines Wohncontainers besteht aus ein paar zusammengenagelten Brettern und Wellblech.

Um hier gut schlafen zu können, benötigt man schon ein kleines Fläschen Zuckerrohrschnaps, da bleibe ich doch lieber beim lecker Bierchen und schlafe im 5-Sterne Container.

 

Lomiteria y Bar "Walter"


Von Freitag bis Sonntag waren wir wieder einmal in unserer alten Heimat Aregua. Es hat sich einiges getan, in der Hauptstadt des Departamentos Central und die kleine Töpferstadt hat sich mächtig rausgemacht. In diesen Tagen zieht besonders der Weihnachtsmarkt viele Besucher in die kleine Stadt.

Und wenn man schon mal da ist, sollte ein Besuch der neuen Playa Municipal nicht ausgelassen werden, wo besonders am Abend ein kleiner Spaziergang, wenn man die Mücken unberücksichtigt lässt, sehr romantisch sein kann.

Doch wir waren nicht zum Vergnügen in Aregua, sondern unsere Tochter Marie brauchte Hilfe.
Ihr Freund Walter hat einen kleinen Hamburgergrill, der jeden Abend viele hungrige Mäuler stopft und bei dem Marie, neben ihrem Studium mit aushilft und sich ein paar Groschen dazu verdient. Nun wollen die beiden ihr Angebot erweitern und auch Getränke mit anbieten. Ein passendes Grundstück wurde angemietet und es fehlte nur noch eine kleine Bar. Und da waren nun Papa und Mama gefragt. Preiswert und schnell sollte ein Häuschen entstehen und so packte wir Kettensäge und Wasserwaage in die Werkzeugtasche und gingen ans Werk. Am Samstag Morgen sah es hier noch so aus.

Schnell war Zu- und Abwasser verlegt, bevor Palmenstämme das Grundgerüst für die kleine Bar bildeten.

Dann wurden die Bodenplatte für Bar und Toilettenhäuschen gegossen.

Die Wände der Bar wurden nun mit Sperrholzplatten verkleidet und als Toilettenhäuschen diente ein altes, ausrangiertes Bushäuschen, welches wir wieder zusammen nagelten.

In der Nähe wurden ein paar Bambusstämme geschlagen, welche dann an den Wänden der Bar zum Einsatz kamen. Am späten Sonntagnachmittag machten wir dann Feierabend und übergaben die Baustelle an Marie und Walter.

Jetzt fehlt nur noch das Dach und ein bisschen Farbe. In zwei Wochen wollen die beiden eröffnen und sie hoffen auf viele Gäste und ich natürlich auf ein lecker Freibierchen für mich.

 
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Verfasst von - November 27, 2012 in Aregua, bauen in Paraguay

 
 
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