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Archiv für den Monat Februar 2012

Überraschung am frühen Morgen


Gegen drei Uhr heute Morgen, wurden wir durch unsere Eselin geweckt. Else war unruhig und iiiaaate ungewöhnlich viel und laut in den jungen Morgen. Was war los in den Stallungen? Nach einem kurzen Check im Nachtquartier unserer Tiere war klar was die Unruhe hervorrief. Eine unserer Kühe war in den Wehen und stand kurz vorm Kalben. Um 5.00Uhr war es dann soweit und das neue Herdenmitglied stand das erste mal alleine auf vier Beinchen.

Die Kalbung verlief problemlos und Mutter und Kalb waren wohl auf. Schwierigeiten gab es dann bei der Suche nach dem Milchhahn. Irgendwie war das Euter zu gross für den kleinen Kälbermund.

Natürlich griffen wir dem Kälbchen helfend unter die Hufen. Die Mutterkuh wurde angebunden und unser Capataz melkte etwas Milch ab und zeigte dem Kälbchen wo es die frische Milch gibt.

Drei Stunden war es jetzt alt und bekam nun seine erste warme Mahlzeit.

Es ist unser viertes Kälbchen aus eigener Zucht und ganz nach meinen Wünschen wieder eine Kuh. Nun zählt unsere kleine Herde bereits 8 Kühe, womit wir uns, meinem angestrebten Bestand von 12 Mutterkühen langsam nähern.

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Schweinskram auf der Farm


Vor vier Monaten kam unsere Sau Rosa zu uns auf die Farm. Eigentlich sollte sie vor zwei Wochen ferkeln, doch der erhoffte Nachwuchs blieb aus. Jetzt war sie wieder läufig und Nachbars Eber bekam eine zweite Chance für ein kleines Techtelmechtel mit Rosa. Der Schweinemacho hielt sich auch nicht lange mit Quatschen und Vorspiel auf und kam gleich zur Sache.

Nun heißt es abwarten und nach 115 Tagen werden wir sehen ob der Eber gute Arbeit geleistet hat. Wenn ja, bekommen unsere Nachbarn ein Ferkel als Deckprämie und mit viel Glück, werde ich auf meinem Geburtstag Schweinepapi.

 
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Verfasst von - Februar 21, 2012 in Tiere, unsere kleine Farm

 

Karneval in Villarrica 2012


Nach drei Jahren, haben wir es endlich einmal geschafft und besuchten den Karnevalsumzug in Villarrica. Um 22.00Uhr sollte der Umzug starten und wir trafen uns mit einigen närrischen, deutschen Gleichgesinnten bei Marita und Martin, wo wir uns vorher noch stärkten und schon ein paar lecker Bierchen kosteten.

In guter Karnevalsstimmung stürzten wir uns dann in das närrische Treiben und für 50.000Gs lösten wir unsere Eintrittskarte für einen Tribünenplatz.

Die Ränge füllten sich langsam und in unserer deutschen Ecke waren alle bestens gelaunt.

Gut vorgesorgt hatten alle die, welche eine Brille dabei hatten oder diese im Vorfeld käuflich erwarben. Denn neben viel lecker Bierchen und viel heißen Trommelrhythmen, gab es vor allem eins in Mengen – Schaum aus der Sprühflasche.

Dann zog der Umzug an uns vorbei und hatte geschätzte 500m vor sich.

Viel Farben und natürlich viel nackte Haut ließen den Fotoapparat glühen und ich erspare mir hier die Fotos von den vielen hübschen Tänzerinnen. Doch ein Video in HD-Qualität möchte ich der Männerwelt nicht vorenthalten. Denn auch der Bierriese Brahma war vertreten und schickte ein paar kühle Blonde, oder besser ein paar heiße Mädels, auf die Piste.Dass die Kameraführung nicht die ruhigste ist, möge man mir verzeihen, doch bei diesem Anblick wurde ich schon ein wenig nervös.Gegen 2.00Uhr ging es dann langsam dem Ende zu und der Fotoapparat kam wieder zur Ruhe.

Es war eine tolle Veranstaltung, die mit dem Karneval, den wir aus Deutschland kannten nichts gemeinsam hat. Doch viel nackte Haut, viele tolle Kostüme, viel Schaum und viel lecker Bierchen sind eine Kombination, die uns im nächsten Jahr gewiss wieder einen Platz auf der Tribüne einnehmen lässt.

 
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Verfasst von - Februar 20, 2012 in Karneval, Partys

 

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen – aber vom Pferd


Meine Reitkünste beeindrucken bestimmt noch keine hüpsche Squaw, aber ich bin schon froh, dass ich nicht vom Pferd falle. Bis gestern Abend jedenfalls. Es war das erste mal, dass ich das Satteln von Pfred selbst in die Hand nahm und nachdem Elso die Gurte überprüft hatte, schwang ich mich auf mein Pferd. Es sollte nur ein kleiner Ausritt über unsere Farm werden, der ein kurzes Ende nahm. Bei der ersten Bergwertung rutschte wohl der Sattel nach hinten und die Gurte auf eine sehr empfindliche Stelle am Ende des Pferdebauches. Das schien Pfred überhaupt nicht zu gefallen und er setzte zum Rodeo mit mir an. Eigentlich hielt ich mich ganz tapfer bis der Riemen eines Steigeisens riss und ich so den Halt verlor. Ich muss mich entschuldigen, dass ich davon kein Foto machen konnte aber ich hatte nur ein paar zehntel Sekunden Zeit, um mich auf die Landung vorzubereiten. Weicher Sand dämpfte dann den Aufprall meiner 85kg und nachdem ich merkte, dass ich noch ganz war, sah ich wie Pfred weiterhin mit dem Sattel kämpfte, bis dieser dann im Gras liegen blieb. Was nun? Erst Sattel zusammensuchen, oder erst Pferd einfangen? In der Hoffnung, dass Pfred nicht gleich zum Stall läuft, suchte ich erst Sattel und Decken zusammen und machte mich flinken Fusses auf den Weg zum Stall. Ich legte heimlich die Montur ab und hoffte, dass Helmut mich nicht sieht. Jetzt holte ich Pfred, der sich ohne weiteres von mir an die Leine legen ließ. Bei der Ankunft am Stall entdeckte mich dann Helmut doch und wunderte sich dass ich ohne gesatteltes Pferd wiederkehrte. „Bist wohl vom Pferd gefallen, hihihi?“ Eine Frage, die mein Ego nicht härter treffen können.Pferd heile, ich heile und das ohne den „Leckerbierchenschutzengel“, das war das Wichtigste.

 
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Verfasst von - Februar 14, 2012 in Alltag, Reiten

 

"Kochen gefährdet ihre Gesundheit"


In den ländlichen Gegenden Paraguay`s ist sie noch weit verbreitet, die „schwarze Küche“. Während sich bei uns das Leben, viel in der Küche abspielt und ich Helmut beim Kochen Gesellschaft leiste, würde ich diese Küche nicht für längere Zeit, ohne Gasmaske betreten. Ein gemauerter Herd, der mit Holz befeuert wird, bildet die Kochinsel für die Köchin.

So weit so gut, doch es gibt hier keinen Schornstein und der Qualm hüllt die Küche in beißende Rauchwolken. Ein kleines Fenster oberhalb des Herdes, dient als „Dunstabzugshaube“ und sichert der Köchin das Überleben.

Ein Vorteil dieser Art von Küche liegt auf der Hand. Man hängt zum Beispiel rohen Fisch einfach für 14 Tage in die Küche und kann danach feine Räucherware ernten.

 
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Verfasst von - Februar 13, 2012 in typisch Paraguay

 

Stress? Hektik?


Boah, eine faule Woche geht heute mit einem noch fauleren Sonntag zu Ende. Es ist Sommer und so richtige Lust zum Schaffen, will bei Temperaturen um 35°C, nicht aufkommen. Natürlich werden lebenswichtige Dinge wie Tiere füttern oder Blumen gießen erledigt, aber das war es dann auch schon und man lebt in den Tag. Dabei ist der Sonnenaufgang immer das erste Highlight und diesen verpassen wir so gut wie nie.

Durch das Streben nach mehr und mehr haben wir das Leben verlernt, doch ich merke, so langsam kehrt Ruhe in unsere Köpfe und wir sehen wieder die wichtigen Dinge des Lebens. Während ein 15 Stundenarbeitstag in Deutschland für uns keine Seltenheit war, gehen wir hier den Tag ohne Stress und schnellen Frühstückskaffe an. Das Handy liegt irgendwo herum und bestimmt nicht mehr unser Leben. Unsere kleine Farm, gibt uns eine Sicherheit, welche uns keine Versicherung bieten kann. Kein Bankkonto der Welt, kann uns diese Zufriedenheit auszahlen, die wir durch das Leben auf unserer kleinen Farm, heute haben.Der nächtliche Sternenhimmel oder einfach nur ein Regenbogen sind Naturschauspiele, die es auch in Deutschland gibt, doch dort habe ich diese nie so gesehen.

Früher wollte ich immer 100Jahre alt werden, heute lege ich da noch 15 Jahre darauf.

 
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Verfasst von - Februar 12, 2012 in nebenbei bemerkt

 

endlich mit den Pferden flüstern


Als Kind war mein größter Wunsch ein eigenes Pferd. Meine Mutter sagte damals immer: „Kay, wenn du groß bist und dein eigenes Geld verdienst, kannst du dir eins kaufen.“ Irgendwann war ich groß´und verdiente mein eigenes Geld, aber nun war keine Zeit mehr für ein Pferd. Und so musste die Erfüllung dieses Traumes wiederum warten. Mit dem Umzug nach Paraguay, änderte sich die Situation und der Traum vom eigenen Pferd rückte wieder in greifbare Nähe. Dieses mal war es Helmut, die auf die Bremse trat und sagte: „Kay wenn du unsere Baustelle fertig hast, können wir über ein Pferd nachdenken.“Unsere Baustelle ist noch nicht ganz fertig, aber irgendwie hatte Helmut wohl einen Moment der Unkonzentriertheit und befürwortete den Kauf eines Pferdes. Und da ist es nun.

Ein vierjähriger Wallach, den ich für 2.000.000Gs, nicht weit von unserer kleinen Farm erhandelte und der nun unseren Rasen kurz hält. Einem geschenktem Gaul, schaut man nicht ins Maul. Da dieser aber nicht geschenkt war, zeigte er uns freiwillig sein Gebiss, an dem man das ungefähre Alter eines Pferdes erkennen kann-jedenfalls unser Capataz.

Ich freu mich riesig und einen Namen hat der Junge auch schon. Wenn unser Esel Else heißt, dann heißt unser Pferd natürlich auch Pfred.

 
 

Bautagebuch


Anfang Oktober rückten die Maurer bei uns auf der kleinen Farm an und packten ihr Handwerkszeug aus. Inzwischen sind vier Monate vergangen und nachdem unser Maurertrupp seine Arbeiten Anfang Dezember beendete, machten wir uns am Innenausbau zu schaffen. Und so sieht es momentan auf unserer Baustelle aus.

„Poco pintura y listo“, würde der Paraguayer sagen, doch neben einigen Malerarbeiten fehlen noch einige Tischlerarbeiten und die neuen Küchenmöbel. Auch die beiden Balkonpfeiler müssen noch verkleidet werden.Der Pool ist seit einem Monat freigegeben und es darf gebadet werden.

Hier fehlen noch die Sonnenterrasse und ein paar Abschlussarbeiten am Wasserfall, der gleichzeitig als Skimmer Verwendung findet.

Unser neues Schlafzimmer, im oberen Geschoss haben wir bereits bezogen und genießen den neuen Ausblick und lassen uns durch die Sonne wecken.

Noch gibt es einiges zu tun und fertig wird man mit einem Haus sowieso nie, doch wenn ich die Fotos von vor drei Monaten sehe, sind wir doch schon ein Stück voran gekommen.

 

check den Check


Wenn das liebe Finanzamt Geld zu bekommen hat, sind die Taschen schneller leer als man reinfassen kann. Bekommt man aber etwas aus den Staatskassen zurück, scheinen die Wege in den Ämtern holprig und endlos zu sein. Vor 10 Monaten hinterlegten wir eine Sicherheitsgebühr, für eventuell anfallende Steuern auf zwei Spendencontainern. Rucki, zucki wurden die Papiere bearbeitet und nach nicht einmal einem Jahr bekamen wir nun die Sicherheitshinterlegung in Form eines Check`s wieder ausbezahlt.Doch auch dieser Check sollte uns einige Kopfschmerzen bereiten. Ausgestellt war er auf die Hilfsorganisation, welche uns diesen als Drittcheck durchreichten. Nachdem wir diesen bei unserer Bank einzahlten, kam er prompt nach fünf Tagen wieder zurück. Eine fehlende Unterschrift war der Grund und nachdem die Unterschrift getätigt war, wurde er abermals eingereicht. Nach vier Tagen wieder ein Anruf der Bank. Der Stempel der Organisation enthält Abkürzungen, die nicht mit den Empfängerdaten auf der Vorderseite übereinstimmten. So fuhren wir wieder mit dem Check in der Tasche nach Asuncion, um einen neuen Stempel der Hilfsorganisation zu bekommen. Dieses mal waren keine Abkürzungen auf dem Stempel und wir waren guter Dinge den Check einlösen zu können. Um die Postwege der Banken einzusparen, gingen wir gleich zur austellenden Bank. Doch wieder gab es ein kleines Problem. Die Einzahlungsstempel unserer Bank, mussten anuliert werden und so verließen wir wieder mit leeren Taschen das Bankgebäude. In Paraguay schließen die Banken um 13.30Uhr und so schafften wir nur noch die Anulation der Stempel und mussten den nächsten Tag abwarten. Mehr Stempel und Unterschriften hätten nun keinen Platz mehr auf dem kleinen Stück Papier gehabt und wir hofften diese Geschichte endlich abschließen zu können.

Und tatsächlich, nach nur 300 Tagen ,einem weiteren Anruf bei unserer Bank, denn es war nur ein Stemel anuliert worden und nicht beide, vermessenen Schmiergeldforderungen, unzähligen Behördengängen und Resignation und Frustration aller Beteiligten, haben wir unser Geld wieder in der Tasche und können nun endlich auch für uns, das Hilfsprojekt von Wolf, abschließen.

 
 
 
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