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Archiv der Kategorie: Rinderzucht

Live aus dem Gemüsebeet


Ich kann jetzt schon sagen, dass wir in diesem Jahr unsere erfolgreichste Gemüsesaison haben werden. Auch wenn der Gemüsegarten nicht so aussieht, aber alles steht wie eine 1.

Mohrrüben und Radieschen gehn immer. Kohlrabi und Mairübe eigentlich auch. Doch auch der Rosenkohl, Rotkohl, Blumenkohl und die Kartoffeln steuern auf Rekordernte hin. Außerdem gibts Zwiebeln, Porrey, Curkuma, Chinakohl, Salat, Rucola und Weißkohl. Ach, Erbsen, Gurken, Tomaten und Paprika vergessen. Und die Ananas setzt auch schon zur Blüte an.

Mit Gemüse sind wir also gut versorgt, aber da wir keine Vegetaria sind, wurde gestern ein Rind geschlachtet. Hierbei machte ich ein Foto, welches Ihr mal genauer betrachten solltet, denn wenn man das Auge ranzoomt, sieht das doch sehr mysteriös aus.

Es ist keine Fotomontage und ich frage mich, was sieht man da? Ist es vielleicht der Kuhhimmel?
So, noch zwei Stunden dann ist Wochenende, denn Freitag um eins macht jeder sein.

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Grassilage für den Kleinbauern


Wer jetzt hier einen Bericht über den Ausgang der Geschichte mit meiner Kamera erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Wieder einmal wurde ich auf die nächste Woche vertröstet und es heißt weiter geduldig bleiben.
Jetzt, Ende März, ist die Zeit, in der das Elefantengras in Blüte geht und die meisten Proteine in sich hat. Der beste Zeitpunkt also, um alles zu ernten und zu verfütter. Natürlich machen wir das nicht, da wir ja Zufutterreserven für den Winter brauchen und so bleibt das Gras stehen und wird Stück für Stück bis zum nächsten Frühling abgeerntet.
In Deutschland machen die Bauern für den Winter Silage und warum soll das in Paraguay nicht auch funktionieren. Wir probieren es in diesem Winter einfach mal aus und haben uns einen Silagesack gekauft. Dieser Sack hat einen Durchmesser von einem Meter, ist 5m lang und musste nun voll gestopft werden. Also hieß es Machete schärfen und los gings mit der Elefantenernte.

Da man das Elefantengras nicht einfach so in den Sack stopfen kann, kam das Gras vom Acker direkt in den Häcksler.

Der Sack musste nun gefüllt werden und das Gras fest und ohne viele Lufteinschlüsse in das Silo gepresst werden.

Silagefutter ist ein hochwertiges Tierfutter, insbesondere für Wiederkäuer, da die Tiere durch die Fermentation der Grassilage in der Lage sind, im Pansen auch Strukturkohlenhydrate zu verdauen.
Wie unser Versuch ausgehen wird, werden wir dann im Winter feststellen und sollte es gut funktionieren, werden wir im nächsten Jahr noch ein paar Säcke mehr stopfen.

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Verfasst von - März 29, 2014 in Ackerbau, Elefantengras, Rinderzucht

 

Woche des Stieres


Drei Tage kämpften wir um unser neugeborenes Kalb, dass am Montag das Licht unserer Farm erblickte, aber nicht auf eigenen Füssen stehen konnte. Diagnose: Weißmuskelkrankheit, welche durch Vitamin E- oder Selenmangel hervorgerufen wird. Alle drei Stunden gab`s das Fläschchen, doch am Ende war der Babystier zu schwach und musste aufgeben. Traurig, aber das Framleben geht weiter und so bekam gestern, wie geplant, unser vier Jahre alte Stier sein letztes Frühstück, bevor er in den Kühlschrank wanderte. Knapp 200kg Fleisch müssen nun verarbeitet und eingefroren werden.

Natürlich können wir dieses nicht alleine essen und so verkaufen wir einen Teil des Fleisches in unserer Nachbarschaft. Ein kleines Schild am Haus reicht aus, um den Nachbarn zu signalisieren: „Hier gibt`s frisches Rindfleisch“.

Wir dürften mit unserem Vorrat wieder ein halbes Jahr über die Runden kommen und für leckere Rouladen, saftiges Rumpsteak oder zartes Filetsteak brauchen wir nur in die Gefriertruhe greifen.

 
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Verfasst von - November 29, 2013 in Rinderzucht, unsere kleine Farm

 

Weckruf des Esels


Wenn es dunkel wird, wird es ruhig in unseren Stallungen und Federvieh, Pferd, Kuh und Esel gehen schlafen. Doch in der vergangenen Nacht, war die Nachtruhe früher vorbei als sonst. Es war 1.30 Uhr als unsere Eselin Else uns mit lautem IA aus dem Schlaf holte. Und wenn Else des Nachts Lärm macht, ist irgendetwas nicht in Ordnung. Also raus aus den warmen Federn, Buchse über gezogen und nach geschaut. Die Taschenlampe leuchtete mir den Weg und ich fand auch schnell den Grund für die nächtliche Ruhestörung. Ein neues Herdenmitglied war gerade geboren und der kleine Stier ließ sich dann heute Morgen fotografieren.

Aber er macht uns ein wenig Sorgen, denn er ist sehr schwach und kann nicht alleine aufstehen. Alle zwei Stunden helfen wir ihm nun beim säugen und halten ihn in Position. Nun können wir nur hoffen, dass er schnell zu Kräften kommt und sich bald alleine an der Milchbar bedienen kann.

 
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Verfasst von - November 25, 2013 in Rinderzucht, unsere kleine Farm

 

Überraschung am frühen Morgen


Gegen drei Uhr heute Morgen, wurden wir durch unsere Eselin geweckt. Else war unruhig und iiiaaate ungewöhnlich viel und laut in den jungen Morgen. Was war los in den Stallungen? Nach einem kurzen Check im Nachtquartier unserer Tiere war klar was die Unruhe hervorrief. Eine unserer Kühe war in den Wehen und stand kurz vorm Kalben. Um 5.00Uhr war es dann soweit und das neue Herdenmitglied stand das erste mal alleine auf vier Beinchen.

Die Kalbung verlief problemlos und Mutter und Kalb waren wohl auf. Schwierigeiten gab es dann bei der Suche nach dem Milchhahn. Irgendwie war das Euter zu gross für den kleinen Kälbermund.

Natürlich griffen wir dem Kälbchen helfend unter die Hufen. Die Mutterkuh wurde angebunden und unser Capataz melkte etwas Milch ab und zeigte dem Kälbchen wo es die frische Milch gibt.

Drei Stunden war es jetzt alt und bekam nun seine erste warme Mahlzeit.

Es ist unser viertes Kälbchen aus eigener Zucht und ganz nach meinen Wünschen wieder eine Kuh. Nun zählt unsere kleine Herde bereits 8 Kühe, womit wir uns, meinem angestrebten Bestand von 12 Mutterkühen langsam nähern.

 

Urlaub und Kuhhandel


Vor drei Jahren, kauften wir uns unseren ersten Stier, der nun seit kurzer Zeit in unserer Gefriertruhe liegt. Ein neuer Bulle musste her und so besuchten wir wieder einmal die „Granja Don Ernesto“, 30km von der Hauptstadt Asuncion entfernt. Hier verbrachten wir vor sechs Jahren unseren ersten Paraguayurlaub und wohnten die ersten Monate nach unserem Umzug, von Deutschland nach Paraguay, in den Gästehäusern der Granja Don Ernesto.

Die Häuser sind komplett möbliert und auch Klimaanlage, Fernseher oder Waschmaschine fehlen nicht. Wir fühlten uns hier immer sau wohl und erfuhren viele interessante Dinge, über das Leben auf einer Farm.Vor ein paar Monaten schon, machte ich den Kuhhandel mit Ernesto fest, der vor über zwanzig Jahren seine Granja anfing aufzubauen  und nun konnten wir unseren neuen, sechs Monate alten Stier abholen. Noch hat er auf der Ladefläche unseres Autos Platz, was in einem halben Jahr, gewiss schon anders aussehen wird.

Nach 100 km langer Autofahrt, konnte Prince, so heißt das kleine Kalb, wieder auf seinen eigenen Füssen stehen und sein neues zu Hause kennen lernen.

Ein paar Tage wird es dauern, bis sich der kleine an die neuen vier Zäune gewöhnt und die Trennung von der Mama überwunden hat und so lange gibt es immer mal wieder Leckerlies wie Zuckerkrümel oder Honig und ab und zu ein Schluck frische Milch.

 
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Verfasst von - November 4, 2011 in Rinderzucht, urlaub

 

die Milch macht`s


Ich würde fast sagen, dass nicht`s über ein eisgekühltes lecker Bierchen geht, wenn da nicht die Milch wär. Ich bin seit meiner Geburt Milchtrinker und auch heute noch besteht mein Tagesbedarf aus zwei Litern Milch. Wenn unsere Kühe Kälber haben, gibt es reichlich des köstlichen Muntermachers und auch für Käse, Quark und Butter fällt genügend Milch an.Vor zwei Wochen bekam unsere Kuh ihr Kalb und nachdem die ersten drei Tage nach der Geburt, die Milch nur für das Kälbchen war, wird nun täglich etwas für uns abgezapft. Am Abend wird das Kälbchen von der Mutterkuh getrennt und verbringt die Nacht nur mit Sichtkontakt zur Mama. So ist am Morgen das Euter gut gefüllt und es fällt etwas Milch für uns ab.Bevor gemolken wird, lassen wir das Kälbchen etwas am Euter lutschen, damit die Kuh die Milch frei gibt.

Ramona, die Frau unseres Capataz übernimmt das täglich melken für uns und hat schnell den Milchtopf, einschließlich natürlichem Milchschaum gefüllt.

Drei Liter Milch klauen wir allmorgentlich dem Kälbchen, das trotzdem noch genügend für sch hat. Ungefähr vier Monate wird die Kuh gemolken, bevor das Kalb entwöhnt wird und die Kuh sich von den Strapazen der Kinderaufzucht erholen kann, bevor das gleiche Spiel wieder von vorne beginnt.So, und ich mach mir jetzt ein großes Glas kalten Kakao.

 
 

die Geburt eines Kalbes


Wir haben schon gespannt darauf gewartet und gestern Abend war es dann soweit.Als unsere Kuh in den Stall kam, war sie sehr unruhig und verlor schleimige Flüssigkeit. Wir stellten schnell fest, dass das Kälbchen nicht mehr auf sich warten lassen wollte. Sie wurde angebunden und bekam eine Spritze Oxitocin, welches die Wehen verstärkt.

15 min später ging es dann auch schon los und der erste Fuß war zu sehen. Elso bemerkte, dass es der hintere Lauf war, was nichts Gutes bedeutete, denn vom Kälbchen sollten zuerst Vorderläufe und Kopf zu sehen sein. Für Mutter und Kalb bestand Lebensgefahr und es musste schnell etwas unternommen werden. Aus unserem Sanikasten holten wir ein paar Gummihandschuhe, welche sich Elso schnell überstreifte, in die Kuh griff und das Kalb, während ich die Kuh am Kopf festhielt, an beiden Hinterläufen herauszog. Elso hat viel Erfahrung im Umgang mit Rindern, aber solch eine Situation erlebte auch er zum ersten mal und wusste nicht so richtig, ob das die richtige Entscheidung war. Er wischte den Schleim vom Maul des Kälbchens und nach einem kurzen Moment der Ungewissheit, fing es an zu atmen. Es lebt.Nun war es die Mutter, die sich um ihr Kälbchen kümmern musste und das tat sie auch sofort und leckte es liebevoll sauber.

Zwei Stunden nach der Wehenspritze, stand das kleine Kälbchen auf eigenen Füssen.

Und irgendwo soll es doch frische Milch geben und die Frischetheke wurde schnell gefunden.

Für die beiden hieß es nun ausruhen und auch wir konnten schlafen gehen.Heute Morgen sah dann das kleine Kälbchen das erste mal in seinem Leben die Sonne und lag noch etwas verknüddelt bei seiner Mutter, schlafend auf der Wiese.

Es war ein spannender Abend gestern, der dank Elso gut endete und wir freuen uns über 20kg weiblichen Nachwuchs, in unserer kleinen Rinderherde.

Es ist schon faszinierend, wie instinktiv der Mensch manchmal handelt, hat doch unser Capataz Elso, in der Schule nur schreiben und rechnen gelernt und ist weit entfernt von einem Veterinärmedizinstudium. Das Leben ist eben der beste Lehrer und eines können die Paraguayer bestens – LEBEN.

 

Rindfleisch für ein Jahr


Vor 30 Monaten kauften wir unseren ersten Stier für 1.500.000Gs. Er sollte für Nachwuchs sorgen und hat seine Arbeit bestens gemacht, denn all unsere Kühe sind trächtig und wir erwarten demnächst drei Kälber. Doch unsere Weidezäune hielten ihn nicht ab, öfter mal in der Nachbarschaft nach anderen Kuhdamen ausschau zu halten, was nicht ungefährlich für unsere Nachbarn war. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, aber gestern verabschiedeten wir uns von unserem Ernesto. Um 9.00Uhr erschien der Fleischer mit seinem Handwerkszeug und Ernesto machte seinen letzten Atemzug.Das Rind war schnell in vier Teile zerlegt und unser altes Badezimmer bekam noch einmal eine neue Funktion. Ein kleines Kühlaggregat sorgt für die richtige Temperatur und die Rinderviertel bleiben nun 10 bis 14 Tage hängen, bevor sie weiter verarbeitet werden.

Nun hat ein Rind nicht nur Filet und Roullade, was wir von Deutschland her kannten, sondern Därme, Magen und Hoden sind ebenso essbar wie Herz, Nieren und Leber und diese Innereien beschäftigten uns, gestern und heute.

Was war da doch gleich mit den Hoden? Essen? Vor 21 Jahren wurde Deutschland offiziell wieder vereinigt und hätte mir da jemand gesagt, ich werde bald Stiereier in Paraguay essen, hätte ich ihm einen Vogel gezeigt. Doch ich lass mich gerne eines besseren belehren und so war es heute Mittag soweit. Die Paraguayer sagen, die Dinger verhelfen einem zu enormer Potenz und Helmut gab sich die grösste Mühe, die Stierhoden schmackhaft zu zubereiten.

Ich habe nicht alles gegessen, aber ich muss sagen, dass sie nicht schlecht schmecken und wenn ich nicht gewusst hätte, was das ist, wäre die Pfanne vielleicht auch leer gewesen.Gestern Abend gab es den Kopf gegrillt, was wir bis dahin auch nicht kannten und auch das war ein lecker Essen, zu dem wir unseren Capataz mit Familie eingeladen hatten.

Heute Mittag gab es dann eine frische Ochsenschwanzsuppe, wobei Stierschwanzsuppe passender gewesen wäre, was sich aber irgendwie versaut anhört.

Ein Rind wie unser Stier, mit ca.450kg Lebendgewicht liefert uns knapp 250kg Fleisch, was bei unserem Fleischverbrauch ungefähr ein Jahr reichen sollte und einem Geldwert von ca. 5.000.000Gs entspricht. Allein die Leber wiegt 4kg und der Nacken brachte 20kg Fleisch auf die Waage. Hungern müssen wir die nächsten Wochen also nicht und für ein lecker Bierchen habe ich noch ein paar Taler im Sparstrumpf.

 

>unser Brandzeichen ist fertig


>Am 23.Mai beantragten wir bei der SENACSA unser eigenes Brandzeichen. Man sicherte uns die Abwicklung in 20 Tagen zu. Da ich die Paraguayer schon ein bisschen kenne, legte ich nochmal 20 Tage darauf. Doch heute, nach nur 36 Tagen kam der Anruf, dass unsere Papiere fertig sind. Und so sieht es aus, unser neues Brandzeichen.Auf dem Rind kann man dann IK7 lesen.Die Zeiten, wo man sich sein Brandzeichen selbst aussuchen konnte sind vorbei, obwohl ein paar Guaranis extra, da auch etwas bewirken könnten. Da ich mich selbst aber nicht mit dem Brandzeichen schmücken will, spar ich mir den Luxus eines eigen entworfenen Zeichens. Nun sind wir berechtigt unser Vieh offiziell zu verkaufen und halbjährlich wird durch den zuständigen Veterinär eine Kontrolle und Impfung der Rinder durchgeführt.
Wenn also demnächst in den Kühltheken Deutschlands eine Rinderkeule mit der Kennung IK7 liegt, könnt ihr sicher sein, dass dieses das reinste Biorindfleisch von der Granja Parakay ist.

 
 
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