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Archiv für den Monat April 2013

mit Gummischlappen durch Paraguay


Er ist, glaube ich, der meist getraggenste Schuh Paraguays. Es gibt ihn fast in jedem Einkaufsladen zu kaufen und kostet umgerechnet 2,00 Euro. Während ich oft das Problem habe, Schuhe in Größe 45 zu bekommen, finde ich im Regal der Gummischlappen immer einen passenden Schuh. Als ich das erste mal in Flip Flops schlüpfte, fand ich das Gummi zwischen großem Zeh und dem Zeh daneben, (Wie heißt der eigentlich?), doch sehr gewöhnungsbedürftig. Heute bin ich bekennender Gummischläppler und einiges an Gummischlappen wurde von mir schon zerlatscht. Das der Gummibelag unter der Fußsohle auch noch nach seinem letzten Spaziergang nicht gleich im Müll landen muss, erklärte mir in der vergangenen Woche ein Maurer. Er schaute mir eine Weile beim Ausfugen zu und sagte mir dann, dass ich mein Fugenbrett doch mal gegen einen abgeschnittenen Badelatschen tauschen sollte. Ich bin lernfähig und probierte das paraguayische Fugenbrett auch gleich aus.

Im direkten Vergleich schnitt dann aber das gewohnte deutsche Moosgummi besser ab und der halbe Latschen landete im Müllsack.
Um eine voll geschlossen Fuge zu erhalten, ist es oft notwendig, nach dem die Fuge ein wenig angezogen hat, noch einmal mit Fügenmörtel nachzufugen. Dieses ist nicht gerade eine leichte Arbeit und sehr kraftaufwendig. Und jetzt kam das paraguayischen Fugengummi doch noch zum Einsatz, denn ich stellte fest, dass meine Schlappen hervorragend zum nachfugen geeignet waren. Ich konnte im Stehen arbeiten und meine beschlappten Füsse übernahmen das anstrengende Nachfugen.

In Deutschland gebe ich dem neuen Fugenschuh nur geringe Chancen am Markt für Fliesenlegerwerkzeug. Denn nicht nur, dass der Einsatz des luftigen Fugenschuhs auf den Sommer begrenzt ist, sondern auch die Berufsgenossenschaft wird diesen Schuh, aus arbeitsschutztechnischen Gründen nicht zulassen.

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Verfasst von - April 28, 2013 in praktische Tips, typisch Paraguay

 

auf Montage und Alkoholverbot


Seit gestern Abend 19.00Uhr, darf im ganzen Land kein Alkohol mehr verkauft werden. Dieses Verbot gilt bis heute Abend 19.00Uhr. Grund dafür sind die heutigen Präsidentschaftswahlen hier in Paraguay. Glück hat also der, der noch einen lecker Bierchenvorat im Kühlschrank hat. Wir sind heute zum Geburtstag eingeladen und so besteht auch für uns kein Grund zur Sorge, dass das Sonntagsleckerbierchen ausfällt.
In den nächsten Wochen wird es etwas ruhiger hier im Blog, denn es gibt einiges für mich zu tun. Ich habe mal wieder mein Werkzeug gepackt und eine Baustelle angenommen. Auf Montage in Paraguay steht bei mir im Terminkalender und da ich auf der Baustelle kein Internet habe, wird es nur am Wochenende etwas neues im Blog geben. In den nächsten Wochen werde ich mir mein Süppchen am Lagerfeuer kochen müssen und Helmut führt die Geschäfte auf der Farm alleine.

Es gibt viel zu tun, packen wir es an-aber immer schön tranquilo.

 
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Verfasst von - April 21, 2013 in Alltag

 

Frau Dr. Helmut, bitte in den OP


Die Fütterung, das Säubern der Stallungen oder auch das Schlachten fällt in meinen Aufgabenbereich bei unseren Tieren. Doch wird ein Tier mal krank, dann wird Helmut gerufen. So hatte sich vor zwei Wochen ein Huhn das Bein gebrochen, weil es unter dem Pferd rumturnen musste. Nach zwei Wochen im Einzelzimmer, viel Ruhe und gutem Essen fängt es nun wieder an auf dem Bein zu laufen. Manni hatte ein paar Kratzer vom Stacheldraht auf dem Rücken. Schnell witterte eine böse Fliege die Chance und legte ihre Eier in die offene Wunde. Mit Pinzette und ruhiger Hand bewaffnet, machte sich Helmut an die Arbeit um die nun heranwachsenden Larven zu entfernen. Zwei dicke Dinger, welche später mal zur Neuwelt-Schraubenwurmfliege herangewachsen wären gab es als Leckerli für die Hühner.

Kaum war Helmut mit dieser kleinen Operation fertig wurde sie in den Kreißsaal gerufen. Unsere Sau Rosa hatte sich entschlossen mit der Ferkelei zu beginnen und brauchte seelischen und moralischen Beistand. Die Geburt verlief problemlos und nach einer Stunde lagen schon vier Ferkel an der Milchtheke.

Nachschauen, ob alles dran ist, kurzes knuddeln und dann ab wieder zur Mama.

Die Geburt verlief problemlos und nach knapp vier Stunden waren alle Ferkel da und Schwester Helmut konnte ihre Schicht beenden.

8 Schweinchen, wovon nur zwei ohne zweites Ringelschwänzchen waren, bringen nun wieder frischen Wind ins Schweinegehege und erhöhen auf der Farm die Zahl der Schweineohren auf 28.

 
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Verfasst von - April 8, 2013 in Schweinezucht, unsere kleine Farm

 

erste Reitstunde von Else


Einene verspäteten Osterbesuch machte uns gestern unsere Tochter Marie mit ihrem Freund und einem Kumpel. Am Nachmittag kam sie dann auf die Idee, sich für ein Foto, auf unsere Eselin zu setzen.

Else schaute ein bisschen irritiert, aber ließ alles über sich ergehen. Und mehr noch, plötzlich setzte sie sich sogar in Bewegeung und nachdem wir ihr schnell zwei Seile als Lenkung ans Halfter gebunden hatten, ließ sie sich sogar in die gewünschte Richtung steuern.

Marie entschloss sich schnell einen kleinen Ausritt mit ihr zu machen, aber nach 10min kam Else alleine zurück und Marie humpelte ein paar Meter hinter ihr her. Else hatte sich vor irgendetwas erschreckt und kurz gescheut. Marie verlor den Halt und landete im Sand.

Bis auf zwei kleine Schürfwunden an Arm und Knie ist nichts weiter passiert und auch Else geht es gut.
Das war sie dann, die erste Reitstunde von Else und sie hat sich gar nicht so doof angestellt. Ein bisschen Übung noch und dann wird sie vielleicht meinem Pfred Konkurenz machen.

 

Osterfeuer, Eier suchen und Jineteada


Ostern wäre dann mal wieder geschafft. Und was macht man in Paraguay an Ostern? Wir haben ein wenig deutsche Traditionen gepflegt. So gab es am Samstag Abend ein kleines Osterfeuer in gemütlicher Runde.

Unsere Kinder haben in diesem Jahr keine Zeit gefunden, uns auf der Farm zu besuchen und wir borgten uns die Kinder unseres Capataz zum Eier suchen aus.

Ich glaube nicht, dass die Lütten einen Sinn im Verstecken von Schokoladeneiern sahen, aber sie hatten große Freude dabei und auch die Kleinste fand ein Tütchen mit Schokolade.

Der restliche Sonntag gehörte einer Veranstaltung, welche wir schon immer mal besuchen wollten. In Acahay, 12km von unserer Farm entfernt, wurde zur Jineteada aufgaloppiert. Auch ich sattelte meinen Pfred und machte mich zusammen mit unserem Capataz, unserem Nachbarn und seiner Tochter auf zum Showreiten.

Die Jineteada ist eine Veranstaltung, bei der sich Pferde- und Reitfreunde treffen und ihre Reitkünste zum Besten geben. Dabei ist das Aufmotzen und Stylen der Pferde ganz wichtig und sie werden mit viel Rüsch und Plüsch aufgepeppt.

Mit diese getunten Nobelhottis, konnte mein Pfred nicht mithalten und er ließ traurig den Kopf hängen.

Doch die nächste Jineteada kommt bestimmt und ich habe ihm versprochen, bei nächster Gelegenheit, mit ihm in die Tuningschmiede zu reiten. Mitmachen kann jeder, der ein Pferd hat und nacheinander wurden die Reiter aufgerufen, um ihre Runden zu drehen. Für Essen und Trinken wird dabei genauso gesorgt, wie für Musik, bei der die Pferde taktvoll über die Wiese galoppieren. Am Ende der Veranstaltung präsentieren sich noch einmal alle Reiter in einer Reihe und traben gemeinsam durch die Arena. Und neben paraguayischen Fahnen, war dabei auch die deutsche Fahne zu entdecken.

Es war ein schönes Osterfest und auf gehts in den April.

 
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Verfasst von - April 2, 2013 in Ostern, Reiten

 
 
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