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Archiv für den Monat Juni 2013

Glühweinnacht in Paraguay


Jedes Jahr, so ziemlich zur gleichen Zeit um den 24. Juni herum, wenn dicke Wolken die Sonne verhängen und die Temperaturen oft nicht über 10°C klettern, dann ist es wieder soweit. Bei vielen, in Paraguay lebenden Deutschen, den so genannten Deutschen, die in Paraguay leben, schleicht sich irgendwie Weihnachtsstimmung in die Köpfe. Man fängt an „stille Nacht, heilige Nacht“ zu summen oder pfeift „oh Tannenbaum“. Dann wird die Tiefkühltruhe untersucht und wenn man Glück hat findet man noch eine Gans. Man lädt sich Gleichgesinnte nach Hause ein und trifft sich zum scheinheiligen Abend. Helmut panscht Eier mit Weißwein und reicht ihren selbstgemachten Eierpansch. Gemixt mit lecker Bierchen, hausgemachten Früchteschnaps und einer Tasse Glühwein, gibt das eine gute Grundlage für Gänsebraten mit Klößen und Rotkohl. Man sitzt dann zusammen bis in die tiefe Glühweinnacht und erzählt sich scheinheilige unheimliche Geschichten.

Ist dann der Kopf voller Hopf, der Hals voller Schmalz und der Bauch voller Jauch, torkelt man glücklich und zufrieden von einem Weidezaun zum anderen nach Hause. Die Glühweinnacht in Paraguay – ein schöner Brauch.

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Verfasst von - Juni 27, 2013 in Alltag, Weihnachten

 

Schweinebande auf Reisen


Seit 10 Monaten waren unsere Schweine auf unserem Acker voll beschäftigt. Unkraut musste vertilgt werden, mit dem Rüssel wurde gepflügt und was vorne rein kam, wurde hinten als Dünger wieder ins Land gestreut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn noch einige Unkrautstrunken stehen geblieben sind.

Es ist ein Unkraut, was wirklich kein Tier, ob Kuh, Esel, Pferd oder Ziege schmeckt. Als ich unseren Elso fragte , ob diese Pflanze irgendeinen Nutzen hat, erklärte er mir, dass alles einen Nutzen hat. „Wenn du ganz alleine auf weiter Flur bist und du hälst es nicht mehr aus und musst ein dringendes Geschäft erledigen, dann nimm dir ein paar Äste davon und lege dir diese zum Geschäftsabschluss bereit. Du wirst sehen, zusammengedreht wird dir dieses Unnkraut gute Dienste erweisen. Einmal von vorne nach hinten durchgezogen und alles ist wieder sauber. Ok, soviel zum Thema-alles hat seinen Sinn. Wie dem auch sei, unsere Schweine haben wieder neue Arbeit und freuen sich über ihre neue Arbeitsaufgabe.

Es darf fröhlich drauf losgerüsselt werden. Auch wir werden heute fröhlich drauflosrüsseln, denn es ist der 24.Juni. Das bedeutet, es ist „scheinheiliger Abend“ und „Glühweinnacht“.Morgen dann mehr davon.

 
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Verfasst von - Juni 24, 2013 in Schweinezucht, unsere kleine Farm

 

Winteranfang auf der Fram


Der Blick heute morgen aus dem Fenster verspricht nichts gutes.

Nieselregen bei 10°C und ein kalter Südwind pfeift einem um die Nase. Es ist Winteranfang heute und während in Berlin und Salzwedel geschwitzt wird, haben wir in Paraguay kalte Finger. Den Sonnenaufgang um 6.30 kann man nicht sehen und auch der Sonnenuntergang um 17.00Uhr verschwindet hinter den Wolken. Doch es ist Besserung in Sicht, denn ab morgen werden die Tage wieder länger und irgendwann wird sich die Sonne auch wieder sehen lassen. Ich glaube ganz fest daran.

 
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Verfasst von - Juni 21, 2013 in Regenwetter, unsere kleine Farm

 

schlechter Weg, guter Weg


Will man zu unserer Farm fahren, stehen einem 14km Sandweg bevor. Dieser ist, gerade nach starken Regenfällen, oft nur mit schwerem Allrad zu bewältigen oder man setzt sich aufs Pferd.

Selten findet ein Radlader den Weg in unsere entlegene Ecke um wieder eine Fahrspur herzustellen und so werden Stoßdämpfer und Federn ordentlich beansprucht. Und doch kann so ein Weg auch Freude bringen. Als ich gestern morgen zur Arbeit fuhr, sammelte ich die Kinder aus der Nachbarschaft ein, die unterwegs zur Schule waren.

Jedes Schlagloch und jedes Schlammloch brachte riesen Freude und Spaß auf der Ladefläche und die Knirpse jolten und quitschten bei jeder Schräglage und freuten sich über die morgendliche Jeepsafari. Es liegt also wieder einmal im Auge des Betrachters. Während der eine über furchtbaren Straßenverhältnissen spricht, sagt der andere, „watt für riesen Gaudi“.

 
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Verfasst von - Juni 18, 2013 in Alltag, unsere kleine Farm

 

frisch gepresster Apfelsinensaft zum Vatertag


Der Herbst ist die Zeit der Zitrusfrüchte. Mandarine, Apfelsine, Pomelo oder Zitrone, die Bäume hängen voll in diesem Jahr.

Und da wir nicht alles essen können, was da so an den Bäumen hängt, wird Saft gemacht. In einer Stunde presste ich gestern 6 Liter Orangensaft aus den leckeren Früchten.

Dieser wird nun eingefroren und für die Zeit nach der Ernte aufgehoben. Und da ich schon einmal beim saften war, wurden auch gleich noch 5 Liter Maracujasaft abgefüllt.

Eine meiner Lieblingsfrüchte zum Pressen, ist die Limaapfelsine. Diese kannten wir aus Deutschland noch nicht und ich weiß auch nicht ob der Name richtig ist. Sie ist sehr groß, und aus vier bis fünf dieser Früchte drückt man 1 Liter Saft aus der Schale.

Die Safteimer sind voll doch heute werden sie wohl trotzdem im Kühlschrank bleiben. Denn es ist Vatertag in Paraguay und in diesem Sinne grüsse ich alle Väter und wünsche allen einen gut gefüllten Vatertagskühlschrank.

 
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Verfasst von - Juni 16, 2013 in Alltag, Pflanzen

 

7.Juni ist internationaler lecker Bierchentag


Seit fast zwei Monaten bin ich nun auswärts auf meiner Baustelle beschäftigt. Nachdem die Fliesenarbeiten im und am Haus fast abgeschlossen sind, wartet nun der Poolbau auf mich. In dieser Woche ließ ich aber Baustelle Baustelle sein und blieb auf der Farm.  Aber auch hier war natürlich nicht faulenzen angesagt, sondern Helmut und ich nahmen unser Projekt Treppe in Angriff. Seit über einem Jahr sind unsere Stufen zu unserem Schlafzimmer nur ein Provisorium. Sie waren locker auf dem Treppenrohbau gelegt und der Aufstieg ins Himmelbett war nicht ganz ungefährlich.

Die ganze Sache hatte aber einen Sinn. Trockenes Holz ist in Paraguay schwer zu bekommen und auch wenn der Tischler sagt, „das Holz ist vollkommen trocken“, hat das nichts zu bedeuten. Unsere Stufen haben wir selbst geschnitten und diese lagen nun 18 Monate auf der Treppe zum trocknen. Am Montag ging es dann zum Hobeln und Zuschneiden. Eine spezielle Spachteltechnik gaben den Stufen ein ganz induviduelles Aussehen und nach zwei Tagen harter Arbeit, war die Treppe begehbar.

Helmut hat dann noch ein bisschen den Pinsel geschwungen und ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Heute ist Freitag und wie der Name schon sagt, heute wird nichts getan und frei gemacht. Dazu gibt es ein eisgekühltes lecker Bierchen und da dies schon seit vielen Jahre am 7.Juni so ist, erkläre ich hiermit, den 7.Juni zum internationalen lecker Bierchentag. Prost.

 
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Verfasst von - Juni 8, 2013 in bauen in Paraguay, lecker Bierchen

 

Blond kommt weiter


Wer den gestrigen Post gelesen hat weiß, dass die Polizei in Paraguay nicht zimperlich ist. Dass es aber auch anders geht, hat Helmut neulich erfahren, als sie mit einer Bekannten auf Paraguays Strassen unterwegs war. Das Licht am Auto war nicht eingeschaltet und es brannte nur das Standlicht. Das reicht auf den Bundesstraßen von Paraguay aber nicht und so wurden die beiden Mädels von der Polizei angehalten. Es folgte ein freundliches Gespräch und der Hinweis auf das Verkehrsvergehen, wofür nun ein Strafzettel ausgestellt werden sollte. Helmut fragte, ob es nicht eine andere Lösung gäbe. Der nette Polizist sagte nur „prepara algo“, was soviel heißt, „dann bereite mal was vor“ und stellte sich in froher Hoffnung hinter das Auto. Ca. 60.000Gs in Kleingeld wurden zusammengekratzt und sollten eigentlich genug sein. Als der nette Beamte wieder an das Autofenster trat, reichte Helmut ihm diese Spende unauffällig aus dem Fenster. Mit scharfem Auge sammelte er 50.000Gs aus dem Geldhaufen und gab das restliche Kleingeld großzügig zurück. „Das reicht“, sagte er zum Abschied und die beiden durften ihre Fahrt fortsetzen. Ich weiß nicht, was ich immer falsch mache, denn bei mir sind die Beamten nie so freundlich. Ich denke ich werde mir wohl demnächst die Haare lang wachsen und blond färben lassen.

 
 

mieser Start ins Wochenende


„Kannst du mich vom Bus abholen?“ Es war 19.00Uhr und ich machte mich auf den Weg nach Quiindy, um Paul ins Auto zu laden. Nachdem ich ihn am Busbahnhof eingesammelt hatte, ging es in Richtung Farm. Doch dann stand da plötzlich eine Taschenlampe, mit Polizei dran, auf der Strasse und stoppte unser Auto. Es war das erste mal, dass ich in Quiindy die „Camineras“, die paraguayische Verkehrspolizei, im Einsatz sah. „Alkoholkontrolle, bitte blasen“ Es war bereits das vierte Mal, dass ich in Paraguay das Vergnügen mit dem Pusteröhrchen hatte und wie die Male davor, zeigte auch dieser Alkoholtest 0,0 Promille an. Irgendwie habe ich langsam die Vermutung, dass im lecker Bierchen kein Alkohol ist. „Führerschein und Zulassung bitte.“ Nachdem ich die erste Prüfung, mit dem frischen Atem bestanden hatte, sollte es nun schlechter für mich laufen, denn in der Eile hatte ich vergessen, meine Papiere einzustecken. „Na denn steigen sie mal bitte aus.“ Die Übergabe meiner Autoschlüssel, an den Polizisten verweigerte ich und ein Telefonat später, machte sich unser Capataz mit dem Moped und meinen Papieren auf den Weg nach Quiindy, um mir diese zu bringen. Als er nach 30min immer noch nicht am Ort des Geschehens war, wurden die Camineras langsam unruhig und meinten, dass sie das Auto mit in ihre Dienststelle, ins 25km entfernte Carapegua nehmen werden, wo ich es dann später gegen Vorlage der Zulassung und Fahrerlaubnis wieder abholen könne. Da stand ich nun, mit Latschen und in Jogginghose und war stinke sauer. Und dann kam Elso endlich mit meinen Papieren um die Ecke gebogen. Er war etwas außer Atem, denn sein Moped hatte unterwegs die Kette verloren und er legte die letzten 3km im Sprint zurück. Der nette Polizeier schaute sich meine Papiere an und ich hoffte nun, meine Fahrt fortsetzen zu können. Doch Moment, es musste ja noch eine Strafe bezahlt werden. 382668Gs, stand auf dem Bolleto und wenn ich diese jetzt nicht bezahle, würden die Verkehrspolizsten mein Auto beschlagnahmen. Nach einer weiteren, 30 minütigen Diskussionsrunde, zu der immer mehr Paraguayer stießen, musste ich aufgeben und zahlte widerwillig, meinen Strafzettel. Jetzt packten die Verkehrspolizisten ihre Sachen zusammen und verließen ihren Kontrollposten. Kohle im Sack, dachte ich bei mir und auch wir, Paul, Elso und ich konnten nun endlich nach Hause fahren. Einen kurzen Stopp gab es dann an der nächsten Tankstelle, denn ein Beruhigungsleckerbierchen war nun dringend notwendig. In diesem Moment, bemerkte Paul, das Fehlen seiner Reisetasche. In dem ganzen Getümmel hatte er sie auf dem Gehweg stehen gelassen. Also nochmal zurück zum Tatort, doch von der Tasche keine Spur. Die schaulustigen Paraguayer hatten sich inzwischen auch aufgelöst. Ein Mopedfahrer hielt an unserem Auto, und sagte uns, dass Carlo, ein Kumpel von Elso die Tasche mitgenommen hat. Nach einem kurzen Telefonat war Paul wieder im Besitz seiner Garderobe. In diesem Falle doch noch ein glückliches Ende, des gestrigen Freitag Abends und wieder eine Geschichte mehr, bei Parakay- News.

 
 
 
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