RSS

Archiv für den Monat April 2014

mit Schuhgröße 46 durch Paraguay


Früher war ich kein Fan von Badeschlappen oder Gummilatschen. Seitdem wir in Paraguay wohnen hat sich das komplett geändert. Heute sind die Gummilatschen meine zweite Fußsohle und nur selten oder fast nie, trifft man mich in geschlossenem Schuhwerk. Das liegt aber nicht nur daran, dass mir die Latschen so sehr gefallen, sondern ich habe gar keine anderen Schuhe. Na gut, ein anderes Paar Schuhe habe ich noch, aber sonst ist mein Schuhfach leer. Das Alles hat natürlich seinen Grund und der liegt in der Kleinfüßigkeit der Paraguayer. Es gibt einfach keine Schuhe in Größe 45 für mich. Wenn mir mal ein paraguayischer Al Bundey stolz einen Schuh in Größe 45 präsentieren kann, ist dieser meist immer noch zu klein oder der Schuh ist so „hübsch“, dass ich selbigem keinem Fußweg zumuten möchte.
Ein weiteres Problem ist, dass mein rechter Fuß etwas größer ist als der linke und eigentlich schon nach Größe 46 verlangt und wenn man nach Größe 46 fragt, schauen einen die Schuhverkäufer mitleidig an. „Der arme Kerl. Das muss doch schlimm sein, damit leben zu müssen.“  Komischer Weise hängen aber die Gummischlappen selbst in Größe 46 in den Läden und so sind sie mir eben ans Herz bzw. an den Fuß gewachsen. Ach ja, auch ein paar Gummistiefel habe ich in Größe 45, doch diese passen mir nur, weil das Gummi bei Hitze warm wird und sich genügend ausdehnt, um sich meinem Fuß anzupassen. Durch den damit(Hitze und Gummi) verbundenen Fußschweiß ist es mir auch möglich, ohne größere Schwierigkeiten wieder aus den Gummiröhren zu flutschen.
Es ist also ein Problem in Paraguay auf großem Fuß zu leben. Doch an einem Tag wie heute erweist sich der große Fuß als äußerst vorteilhaft. Es regnet seit Stunden und die Wiesen stehen komplett unter Wasser. Und jetzt der Vorteil: Ich kann es mir erlauben heute durch die Felder zu stapfen und ähnlich wie bei Schneeschuhen, helfen mir meine großen Füße dabei die Balance zu halten und nicht im Modder zu versinken. Ausgerüstet mit Regenschirm und dem Leckerbiercheneinkaufsbeutel steht also einem Besuch bei der Leckerbierchenfachverkäuferin nichts im Wege.
pepunktespunkt: Eigentlich bin ich ja wunschlos glücklich. Und doch, mein Geburtstag rückt nun immer näher und für Alle, die noch nach einem Geschenk für mich suchen, habe ich hier mal die paar kleinen Wünsche, die ich habe, zusammengestellt. Wobei – Gummistiefel und Gummischlappen habe ich noch.

Advertisements
 
2 Kommentare

Verfasst von - April 30, 2014 in Einkaufen, lecker Bierchen, Regenwetter

 

kommt Zeit – kommt Rechnung


Dass in Paraguay alles etwas langsamer geht und die Zeit einen anderen Stellenwert hat, als im fortschrittlichen Europa, dürfte sich schon rum gesprochen haben. Doch trotzdem wundere ich mich manchmal, wie langsam die Mühlen mahlen können. Vor knapp sechs Jahren unterschrieben wir bei Tigo unseren Internetvertrag. Nach dem ersten Monat stellte uns die Telefongesellschaft prompt unser Internet wieder ab, weil wir unsere Rechnung nicht bezahlt hatte. Wie auch, wir hatten ja keine. Auf unsere Nachfrage hin wurde uns erklärt, dass die Rechnungen manchmal nicht zugestellt werden können, weil die Rechnungsboten die Adresse nicht finden. Seit dem bezahlen wir unsere Rechnung einfach immer am Ende des Monats, obwohl wir nie eine schriftliche Rechnung bekommen haben. Alls war gut und die Zeit verging. Wir zogen vom Großraum Asuncion aufs Land und auch hier landete nie eine Rechnung bei uns am Stacheldrahtzaun. Bis gestern jedenfalls, als ein Mopedfahrer an unserem Farmtor klatschte und uns unsere erste Tigorechnung in die Hand drückte. Wow, ich bin jetzt noch sprachlos und verwundert und ich glaube, auf diese beschleunigte Abwicklung eines eigentlich einfachen Vorganges, werden jetzt einige Beamte in Deutschland neidisch werden. Nichts desto trotz starten wir morgen in die letzten Apriltage und können uns langsam auf den Mai vorbereiten. Dieser wird natürlich gebührend eingeläutet und so findet auf der „Granja la Familia“ in Acahay eine zünftige 1.Maifeier mit Soljanka und lecker Bierchen statt. Wer sich noch mit in die Maifeier einreihen will, welche unter dem Motto „erster Mai – ich bin dabei“ steht, kann sich gern bei mir melden und bekommt dann alle weiteren Informationen. Bis dahin eine schöne Woche und denkt immer daran: „Mit dem lecker Bierchen nicht sparsam sein.“

 

Handarbeit made in Paraguay


Neulich bei einem kurzen Reitausflug, traf ich einen entfernten Nachbarn, der ebenfalls mit dem Pferde unterwegs war. Wir gingen ein paar Schritte zusammen und mir fiel das Zaumzeug seines Pferdes ins Auge. Ich fragte ihn, wo er das her hat und schwups wurde auch gleich eine Bestellung daraus. Ich sollte ihm nur das Leder und ein paar Ringe liefern und er würde mir Einiges daraus basteln. Rindsleder hatte ich noch vom letzten Schlachten zu liegen und ein paar Stahlringe besorgte ich aus der Fereteria. Zwei Regentage später klopfte der gute Mann wieder an meinen Zaun und brachte mir mein neues Geschirr.

Halfter, Anbinderiemen und Zügel bekam ich für schlappe 120.000Gs. Ein fairer Preis wie ich finde und wenn man bedenkt, dass ich an dieser Arbeit bestimmt zwei Wochen zu tun gehabt hätte. Und ausserdem glaube ich nicht, dass das Ergebnis nur annähernd irgendwelchem Pferdezubehör zuzuordnen gewesen wäre. Wenn die Paraguayer wollen, dann können sie eben auch.

 
3 Kommentare

Verfasst von - April 23, 2014 in Handarbeit

 

Ostern 2014


Das war es dann auch schon wieder – Ostern 2014. Der Wetterhase legte uns vom Gewitter bis zum wolkenlosen Himmel alles ins Osternest, wobei er für den gestrigen Osterfrühschoppen Sonne und angenehme 25C° bereit hielt. So konnten wir mit trockenen Füssen unseren Tatakua anheizen und ein Schwein auf den Grill legen.

Wettermäßig beste Voraussetzungen für unseren Osterfrühschoppen und viele liebe Gäste  fanden den Weg zu uns auf die Farm.

Es war ein gelungenes Fest, welches erst heute morgen um 3.00Uhr zu Ende ging.
Ostern 2014 ist geschafft, doch ein paar Flaschen lecker Bierchen sind noch übrig geblieben. Aber ich denke, die werden ihr Verfallsdatum nicht überschreiten.
Ich hätte euch gern noch ein paar mehr Fotos gezeigt, aber unser Internet scheint völlig verstopft zu sein und und das Hochladen der Fotos würde noch bis Ostern 2015 dauern.

 
3 Kommentare

Verfasst von - April 21, 2014 in Ostern

 

kein Osterfest ohne Osterwasser


Es war ein verregneter Karfreitagmorgen heute. Die Wolken hingen tief und beim morgendliche Osterspaziergang durfte die Regenjacke nicht fehlen.

Das Osterwetter bereitete uns einige Kopfschmerzen in den letzten Tagen. Die Frage war, findet am Sonntag der Osterfrühschoppen statt oder fällt er ins Wasser? Der Wetterbericht konnte uns auch nicht weiter helfen, denn stündlich wurden die Prognosen geändert. Jetzt mal Butter bei di Fische: „natürlich findet der Osterfrüschoppen satt“. Momentan ist der Himmel sternenklar und das wird am Sonntag nicht anders sein. In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein tolles Osterfest und uns am Sonntag, trockene Füsse und feuchte Becher.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - April 18, 2014 in Ostern

 

unser neuer Steinofen


Wir Deutschen sagen dazu Steinofen oder Lehmofen. Hier in Paraguay heißt er Tatakua. Tatakua ist Guarani und bedeutet wörtlich übersetzt „aus Feuer“. Als wir unsere kleine Farm übernahmen stand hier auch so ein Tatakua, doch wir wusste ihn nicht zu gebrauchen und so war er mehr oder weniger nur zum anschauen.

Irgendwann fuhr dann ein Ochsenkarren durch den Ofen und selbst zum anschauen blieb nichts mehr übrig. Mit der Zeit erfuhren wir, wie so ein Ofen funktioniert und dass der Tatakua eine wirklich nützliche Sache ist. Mit Holz befeuert, schont er den Geldbeutel und ob Brot, Ente oder Pizza, man kann alles in dem Steinofen zubereiten.
Es war also an der Zeit, unseren Ofen wieder zum Leben zu erwecken. Der Platz blieb der gleiche, doch der Lehmofen sollte etwas komfortabler gestaltet werden. So wurde die Arbeitsfläche, durch einen Felssteinsockel etwas nach oben verlegt und Ali testete als Erster den neuen Komfort.

Für den Boden des Steinofens, hat jeder Maurer sein eigenes Rezept, was die Materialzusammensetzung des Untergrundes angeht. Da wird mit zermahlenen Knochen gearbeitet, mit Schmalz, Bienenhonig oder auch sauerer Milch. Ich ließ mich von unserem Capataz für den Zusatz von Glasbruch überzeugen und mischte zerschlagene Flaschen mit in das Lehmbett des Bodens.

Der Ofen bekam einen Innendurchmesser von 1,10m und verbaut wurden 450 Steine.

Nach insgesamt 5 Tagen harter Arbeit steht er nun. Unser neuer Tatakua.

Da der Felssteinsockel etwas groß geraten ist, findet darauf auch gleich noch ein Grill und eine mit Holzfeuer betriebene Kochplatte Platz. Wir sind also vorbereitet auf die Energiekrise. Denn wenn Gas und Strom alle sind, haben wir zum Kochen noch genug Holz im Wald.
Seine Einweihung wird der Lehmofen am kommenden Sonntag zum Osterfrühschoppen haben. Wenn, ja wenn das Wetter mitspielt. Momentan sind die Prognosen nicht unbedingt rosig, doch wir warten mal noch bis morgen Früh ab und treffen dann eine Entscheidung über Veranstaltung ja oder nein.

 
 

Leserfragen


Es regnet in Paraguay und bei solchem Wetter habe ich mal wieder Zeit, Ordnung in meinen Emails zu schaffen. Das trübe Wetter gerät dann schnell in Vergessenheit, wenn ich Emails wie diese lese, wobei ich manchmal das Gefühl nicht los werde, dass mich da jemand verarschen will.
Orginaltext:

Hallo, mein Name ist ... und ich interessiere mich sehr für das Leben 
als Selbstversorger. Ich bin Elektroingenieur und komme aus der Bio 
Landwirtschaft. Wir habe einen eigenen Bio Hof. Ich sehe keine gute 
Möglichkeit in Deutschland so etwas zu realisieren aber in Paraguay 
schon. Ich hätte aber mal ein Paar Frage. Ich möchte das so machen, die 
Anbaufläche für Gemüse Mais usw soll so ca 5ha groß sein. Auf deiner 
Weiteren Fläche von 5ha möchte ich Bohnen abbauen, die den Boden mit 
Stickstoff anreichern (hier kommt im Nächsten Jahr das Gemüse hin). Auf 
der Gemüsefläche von letzten Jahr möchte ich Grass ein sähen und auf der 
Fläche auf der das Graß wächst würde ich Kinder und Kühe halten. Als 
sind es insgesamt 4 Flächen a 5ha. Ich könnte als jedes Jahr Schweine- 
Rindfleisch und Gemüse verkaufen, als neben Einkommen so zusagen die 
Überschüsse verkaufen. Mit in diese Fruchtfolge könnte man Raps nehmen 
um Treibstoff zu produzieren. Hätten sie eine Ansatz uns sagen, dass 
geht überhaupt nicht oder ein Meinung dazu? Zum Thema Schädlinge ist 
zusagen, das man mit diversen Mitteln Brennesel Jauche oder Biologischen 
Spritzmitteln sehr viel erreichen kann.

Mit freundlichen Grüßen ...

Egal, beantwortet wird die Post trotzdem. Ich weiß bloß noch nicht, wie ich zur Freilandhaltung von Kindern stehe.

 
7 Kommentare

Verfasst von - April 11, 2014 in witzig

 

schlaue Sau


Dass Schweine schlaue Tiere sind, dürfte sich wohl rum gesprochen haben. Doch wie schlau sie sind, zeigt sich mir jeden Tag wieder aufs Neue. Na gut, Rosa sieht man die Schlauheit wirklich schon an.

Aber mal im ernst, wer von euch weiß zum Beispiel, dass man Bohnen zwar essen kann, aber die Pflanze selbst giftig ist?
Rosa und ihr Mann Schwarti wissen das. Sie spazieren durch das Bohnenfeld und fressen nur die Blüten oder die Bohnen der Bohnenpflanzen.

Woher wissen die Schweine das? Ja, es stimmt dass sie einen tollen Geruchssinn haben. Aber können die Schweine wirklich am Geruch erkennen, was Pflanze und was Frucht ist?
Ich werde sie weiter beobachten und vielleicht lerne ich auch irgendwann ein paar schweinische Worte.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - April 6, 2014 in Tiere, unsere kleine Farm

 

Vorbereitungen für den Osterfrühschoppen


Es ist Herbst in Paraguay. Der Winter ist nicht mehr weit und es ich höchste Zeit, sich um den Brennholzvorrat zu kümmern. Wir haben gestern den Wald aufgeräumt und ca. 2 Raummeter Brennholz gesägt. Dazu nehmen wir natürlich keine gesunden Bäume, sondern der Wind hat genug Geäst von den Bäumen geholt und auch zwei entwurzelte Bäume gab es zum zersägen. Am Abend war alles Holz zersägt und gestapelt. Bis auf die dicken Stämme, die nun noch gespalten werden müssen.

Mit der Axt hat man in diesem Falle keine Chance und da wir keinen Holzspalter haben, müssen die alt bewährten Alukeile und der Vorschlaghammer ran.

Nun brauchen wir nicht nur für die warme Stube unser Brennholz, sondern auch an Ostern wird einiges verheizt werden. Zum Osterfrühschoppen am Ostersonntag erwarten wir bis jetzt ca. 40 Gäste und außer Schwein am Spieß wird es auch Schwein aus dem Tatacua geben. Für das Feuerholz ist nun gesorgt, fehlt bloß noch der Steinofen. Hier, an dieser Stelle stand bis vor vier Jahren auch ein Lehmofen, doch zwei durchgebrannte Ochsen parkten Ihren Ofen in unserem.

Hier kommt unser neuer Tatacua auch wieder hin und heute habe ich angefangen den Sockel für den Ofenaufbau zu bauen.

Wenn das Wetter mitspielt, soll das Ding bis nächsten Freitag fertig sein. Der Ofen hat dann noch eine Woche Zeit zum trocknen. So, und jetzt ist Freitag und Feierabend.

 
 
%d Bloggern gefällt das: