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Archiv für den Monat Mai 2012

Markttag in San Bernadino


Gestern hatten wir ein paar Dinge in Aregua zu erledigen und auf unserem Heimweg machten wir einen kleinen Umweg über San Bernadino. Dort findet jeden Samstag ein Wochenmarkt statt und diesen wollten wir uns anschauen. Er befindet sich nahe der Municipalidad, in einer großen Halle.

Das vielleicht besondere an diesem Markt ist, dass nicht nur paraguayische Stände mit frischem Obst und Gemüse vertreten sind, sondern man hier auch deutsche Fleisch -und Wurstwaren, schweizer Nudeln oder deutsches Brot in die Einkaufstüten packen kann und einem Schwätzchen in deutscher Sprache nichts im Wege steht.

Zum Mittag gab es dann Thüringer Rostbratwurst, bayrische Leberkässemmel und lecker Backfisch. Natürlich gibt es auch einen lecker Bierchenstand wo es neben lecker Bierchen auch deutsches Bier zu kaufen gibt. Gegen 14.00Uhr ist dann Feierabend in der Markthalle und wer seine Einkaufstüten und den Bauch nicht gefüllt hat, ist selber Schuld. Unsere Tüten waren gut schwer und zum Abschluss gewannen wir sogar noch einen Preis bei einer kleinen Verlosung.

Jetzt hat mein Handtelefon auch seinen ganz persönlichen Sonnenstuhl. Apropo Sonnenstuhl, wo ist die Sonne heute eigentlich?

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Verfasst von - Mai 28, 2012 in Einkaufen, nebenbei bemerkt

 

die Selbstversorger-Frage


Immer wieder liest man im Internet von Selbstversorgerfarmen und oft werden wir gefragt, ob sich eine Farm oder die Landwirtschaft in Paraguay rechnet und Gewinne abwirft. Wir führen von Anfang an Buch über unserer Ausgaben und Einnahmen und auch wenn heute, nach 3 Jahren Farmbetrieb, noch rote Zahlen geschrieben werden, so ist doch eine Tendenz in Richtung positiver Bilanz zu erkennen. Lässt man die Anschaffungskosten für Grund und Boden, so wie den Anfangsbestand an Tieren unberücksichtigt, so schlagen nun monatliche Fixkosten für Löhne, Strom, Futtermittel etc., von ungefähr 1.200.00Gs zu Buche und bedeuten jährliche Ausgaben von runden 14.500.00Gs. Nachdem in den ersten beiden Jahren nur ein paar Eier, Hühnchen und Gemüse auf der Einnahmenseite verbucht werden konnten, sah das im dritten Jahr schon etwas besser aus. In diesem Jahr konnten wir mit einem geschlachteten Schwein, einem Stier, Geflügel, Gemüse, Milch und Eier schon knapp 7.000.000Gs auf dem Erlöskonto verzeichnen. Wenn man nun berücksichtig, dass die Landwirtschaft für uns eher ein Hobby ist, hat das schon etwas den Geldbeutel geschont. Jetzt, da wir mit dem Hausbau fast fertig sind, können wir das Ganze etwas ausbauen. Neue Schweineställe sind in Arbeit, denn unsere Sau ferkelt bald. Ausserdem zahlt sich meine Anstrengung mit dem Elefantengras aus, welches jetzt genügend Futter für weitere Tiere liefert. Wir rechnen mit drei weiteren Jahren, bevor wir endgültig schwarze Zahlen schreiben und uns unsere Farm ernähren könnte.
Also ja, man kann auch von einer kleinen Farm leben und man kann auch durch höhere Anfangsinvestitionen und mehr Arbeit schneller in den Bereich der Schwarzen Zahlen kommen, grosse Ganaderos machen es vor.
Doch eins ist hier in Paraguay wie überall auf der Welt, will oder muß man Geld verdienen, geht das nur mit Arbeit. Schön ist es, wenn die auch noch Spaß macht.

 
 

ich mach den Hühnern den Hof


Unser liebes Federvieh kennt keine Grenzen und genießt momentan zaunlose Freiheit. Doch das birgt einen Nachteil, denn auch im Haus oder im Quincho trifft man auf Huhn, Gans und Ente oder deren Hinterlassenschaften. Das hat nun bald ein Ende und die Zeiten, in denen unser Hahn stolz durchs Quincho spazierte, sind vorbei.

In der letzten Woche wurden die Zaunpfähle für unseren neuen Geflügelhof geliefert und unser Capataz hat auch schon den größten Teil der Stämme eingesetzt.

Knapp 2500qm groß wird das neue Geflügelareal und sollte genügend Auslauf für das Federvieh bieten. Neben einem neuen Hühnerstall sind auch noch ein neuer Schweinestall, Ziegenstall, Pferde und Eselstall, so wie eine Überdachung für die Rinder in Planung. Es gibt also wieder mal einiges zu tun auf unserer kleinen Farm und damit wir uns nicht überarbeiten, schickt uns der Wettergott heute einen Regentag.

 
 

eine Woche "Zivilisation"


Vor gut einem Jahr, packten wir unsere Sachen in Aregua zusammen und zogen ganz auf unsere kleine Farm nach Quiindy. Die Befürchtungen, uns würde die Einsamkeit oder lange Weile ereilen waren unbegründet. Nach wie vor, fühlen wir uns wohl auf dem Land und vermissen das Stadtleben nicht. In der vergangenen Woche war ich auf „Montagearbeit“ in Aregua, wohnte bei unserer Tochter Marie und konnte noch einmal Kleinstadt auf Probe leben. Doch nun bin ich froh, wieder auf der Farm zu sein und die Stille wieder zu hören. Verkehrslärm im Tausch gegen Biolärm, Fernsehapparat gegen Fernsicht und Enge gegen Hektar sind Grund genug für das Landleben. Wieder zu Hause – jippiajei.

 
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Verfasst von - Mai 21, 2012 in Alltag

 

Lebenszeichen


Am Freitag letzter Woche machten wir uns auf nach Asuncion, um die Bremsbeläge wechseln zu lassen und Don Ernesto hatte am Abend zum Geburtstag geladen. Außerdem hatte sich Kay breitschlagen lassen, in der kommenden Woche in Aregua ein paar Fliesen zu verlegen. Also ließ ich ihn am Samstag bei Marie zurück und machte mich so zur Strohwitwe für eine Woche. Dies ist also der Grund warum er zu Zeit nicht schreiben kann und mir den Auftrag erteilt hat. Natürlich wollte Kay nicht, dass an den beiden Muttertagen Langeweile aufkommt und kaufte kurzerhand 200 Erdbeerpflanzen, die es schnellstmöglich einzupflanzen galt. So bekam dann Paul den Auftrag das erweiterte Stück des Gemüsegartens umzugraben und vorzubereiten und bis Sonntag Abend hatten wir auch alle Pflänzchen im Boden.

Aber um ganz sicher zu sein, dass wir uns nicht doch noch zu sehr erholen, während seiner Abwesenheit, rollte am Sonntag Nachmittag ein vollbeladener LKW an. Er brachte uns die bestellten Pfosten für unseren neuen Coral und Hühnerhof. Also, wie sagt man so schön: Es gibt viel zu tun, warten wir’s ab!

 
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Verfasst von - Mai 15, 2012 in Uncategorized

 

Kindergeburtstag auf der Farm


Wir werden alle nicht jünger und ganz deutlich sieht man das immer an den Kindern. Unser Sohn Paul hatte am Mittwoch der vergangenen Woche seinen 21.Geburtstag und feierte am Samstag im kleinen Kreis bei uns auf der Farm.

Ab sofort darf Paul nun offiziell in Paraguay Alkohol trinken und natürlich wurden zur Feier des Tages ein paar lecker Bierchen aufgekorkt. Gestern hatte dann unsere Tochter Marie ihren 19.Geburtstag und auch sie kam mit ihrem Freund, zu Kaffee und Kuchen zu uns auf die Farm. Ihren Wunsch nach Hackbraten mit Kartoffeln, Soße und Mischgemüse erfüllte die Mama natürlich gern und mit vollem Bauch ging es dann am Abend wieder zurück nach Aregua. 19 und 21 Jahre, Kinder wie die Zeit vergeht.

 
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Verfasst von - Mai 7, 2012 in Geburtstag

 

mein Elefantengras und ich


Vor knapp zwei Jahren bestellten wir einen Hektar Acker mit Elefantengras. Elefantengras ist ein ausgezeichnetes Futtergras für Rinder und unterscheidet sich zum Kamerungras durch einen höheren Proteingehalt, Frostbeständigkeit und einem weicheren Stängel, der nicht gehächselt werden muss. Wenn es dann wächst, ist das alles super. Doch der Ertrag nach dem ersten Jahr ließ stark zu wünschen übrig. Anstatt den versprochenen 40t Grünfutter, reichte die erste Ernte gerade mal für ein paar Kaninchen. Die Saat ging nur zur Hälfte auf und das Unkraut wuchs immer wieder schneller und nahm den jungen Pflanzen die Luft zum Leben.

Die Paraguayer belächelten mich, als ich dem Unkraut den Kampf ansagte, (natürlich ohne Gift, sondern mit Hacke und Muskeln) und meinten, dass das die Arbeit nicht lohnt. Nun hätte ich einen Arbeiter durch das Feld schicken können, der einen Hektar in einer Woche gesäubert hätte, doch dabei wird das Unkraut nur abgehackt und die Wurzeln bleiben in der Erde. So habe ich die Ärmel hochgekrempelt und Reihe für Reihe gesäubert. Jede freie Minute war ich auf meinem Acker und hätte bald jeder Pflanze einen Namen geben können.

Das Ergebnis ist sehenswert und das Elefantengras streckt sich nun auf drei Meter in die Höhe.

Doch immer noch gibt es große Lücken in den Reihen, die den Ertrag mindern und nach erfolgtem Schnitt werden diese Lücken nun Stück für Stück nachgepflanzt. Dazu wird das geschnittene Elefantengras in die Reihen gelegt und leicht mit Erde bedeckt.

Ein erfolgreiches Wurzeln der Stängel, setzt saftiges Gras voraus, welches nach ergiebige Regenfällen vorhanden ist. Um meine paraguayischen Kritiker ist es ruhig geworden und ihr neidischer Blick wird mir durch das Gras versperrt. Etwas Arbeit steht mir mit dem Elefantengras aber noch bevor, doch wie sagt ein Werbeslogan eines deutschen Baumarktriese schon, „der Mensch wächst mit seinen Aufgaben“ mein Elefantegras durch meine Pflege.

 
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Verfasst von - Mai 5, 2012 in Ackerbau, unsere kleine Farm

 
 
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