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Archiv für den Monat April 2011

>der Weg ist das Ziel


>Es gibt nicht viele Arbeiten, denen ich versuche aus dem Weg zu gehen, aber bei dem Wort „Umzug“, läuft es mir eiskalt den Rücken herunter. Ich weiß nicht woran es liegt, doch allein die Vorstellung, einen Schrank von einem Zimmer in ein anderes zu tragen, schaltet bei mir den „versteck dich Schalter“ ein und ich hoffe, dass sich irgend jemand anderes findet, der das Möbelstück bewegt. Dabei sollte doch nach 19- maligem Wohnungswechsel, eine gewisse Gewohnheit die Umzugsängste verdrängen.
Wie dem auch sei, in den nächsten zwei Wochen, stehen gleich zwei Umzüge auf dem Plan. Marie packt ihre Koffer und zieht in ihre erste eigene Wohnung. Natürlich kann ich da nicht kneifen und muss beim Umzug mit helfen, wobei vorher aber noch, einige Renovierungsarbeiten anstehen. So sieht es zum Beispiel momentan in der zukünftigen Küche aus.Während Marie in Aregua bleibt, packen wir unsere sieben Sachen und ziehen nun ganz auf unsere kleine Farm. Und auch hier kann ich mich nicht dem schleppen von sperrigen, schweren, kantigen und unhandlichen Möbelstücken entziehen. Was mich in diesen schweren Tagen am Leben erhält, ist die Aussicht, dass dies unser hoffentlich letzter Umzug sein wird. Von Hoyersburg, Salzwedel, Sienau, Seebenau über Puerto Plata, Sosua, Punta Cana, Baraohna und Hönow, Hoppegarten, Neuenhagen nach Aregua und letztendlich auf unsere kleine Farm ist ein langer Weg, aber ich glaube, wir sind angekommen.

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Verfasst von - April 27, 2011 in nebenbei bemerkt

 

>Findelkind


>Acht Monate ist unser Manni jetzt alt und er hat sich prächtig entwickelt. Oben rechts, das ist er.Und das ist er heute.Gestern brachte Marie einen Welpen mit nach Hause, der am Straßenrand ausgesetzt wurde. Wir schätzen ihr Alter auf sechs Wochen und einen Namen hat die kleine Lady noch nicht, aber Manni hat sich gleich mit ihr angefreundet.Immer wieder werden Hunde, vorwiegend die Weibchen, ausgesetzt oder weggejagt und viele haben nicht das Glück eine Marie zu treffen und verhungern oder fallen dem Straßenverkehr zum Opfer. Dieses kleine Wollknäul hatte Glück und wurde von unseren Hunden herzlich aufgenommen.

 
 

>Ostern in Paraguay


>Es ist kein Scherz, seit einigen Tagen legen unsere Hühner keine Eier mehr. Und da sind wir nicht allein. Auch bei den Nachbarn unserer kleinen Farm, streiken die Hühner. Der Eierpreis ist um 100 Prozent, auf 1000Gs pro Stück gestiegen. Unsere Nachbarn führen dies auf den Federwechsel(Mauser) zurück. Ich habe da so meine eigene Theorie. Die Hühner sind es leid, dass der Osterhase Jahr für Jahr die Lorbeeren für die leckeren Eier einsackt. Soll Meister Langohr doch sehen, wie er seinen Korb ohne Hühner voll bekommt.
Ansonsten gehen die Paraguayer ihren Osterbräuchen nach, wie in jedem Jahr. Es wird Chipa gegessen, Schwein gegrillt und ein paar lecker Bierchen geköpft. Auch wir waren in der Nachbarschaft zum Chipa- und Schweinessen eingeladen.Unser drittes Ostern in Paraguay, bringt aber auch eigene deutsch-paraguayische Osterbräuche hervor. So gab es am heiligen Mittwochabend, eine leckere „Thüringer Bratwurst“ mit Chipa- Mani und einem grossen Schluck „Fortin“ in der Coca.Auch der Osterstrauss sieht hier etwas anders aus. Ein Limettenbaum, geschmückt mit einer Flasche Cachaca lädt zum Caipirinha mixen ein.In diesem Sinne, wünschen wir allen Lesern, Freunden und Verwandten, ein frohes Osterfest und hoffen, dass der Hase doch etwas für alle im Korb hat.

 

>museumsreif


>Mindestens 22 Jahre haben diese beiden Töpfe unter dem Deckel.Jetzt haben sie den weiten Weg von Europa nach Südamerika gemacht und stehen nun in der Küche unseres Capataz. Sie waren mit im Spendencontainer und wurden noch nie benutzt. Den Deckel ziert ein ausgeblichenes Preisschild, welches auf den Endverbraucherpreis von 6,50 Mark hinweist.Der VEB Schwedter Emailewerk „Lauter“ ist der Hersteller und dass er kein Qualitätsprodukt mit dem Gütezeichen Q, sondern nur zweite Wahl ist, sieht man dem Deckel nicht an.
Ob der Kollege in der Topfdeckelmontagehalle damals schon ahnte, dass sein Produkt zweiundzwanzig Jahre später in Paraguay landen wird, ist unwahrscheinlich, aber er hat dafür gesorgt, dass auch unser Capataz Elso, nun ein ganz klein bisschen Ossi is(s)t.

 
 

>Wolf auf dem Heimweg


>Der Besuch im Reservat der Maka Indianer in Asuncion, war der Abschluss von Wolf`s Spendenaktion.Die große Halle, wo vor einer Woche noch 40 Paletten Spenden standen ist nun leer und gestern Mittag startete Wolf in Richtung Heimat. Wir hatten noch eine letzte Wagenladung auf unserem Auto, welche zu unserem Capataz von unserer kleinen Farm ging. Ein Kühlschrank, Küchenmöbel, Werkzeug und für die Kinder einen großen Sack voll Spielzeug, luden wir bei ihm ab. Die Freude war riesig und ein dickes Dankeschön soll ich auf diesem Wege nach Deutschland schicken.
Bei uns kehrt nun auch wieder der Alltag ein und beim Blick heute Morgen aus dem Fenster, kam Freude auf.Regenwetter bedeutet für uns heute ein Gammeltag ganz nach paraguayischer Art und Weise und das ist gut so.

 

>Lagerräumung


>Eine Woche ist seit der Landung der Spendencontainer vergangen und die Lagerhalle ist fast wieder leer. Vielen Familien konnte mit Kleidung, Decken oder einer Matratze geholfen werden. Eine komplette Arztpraxis ging nach San Bernadino und wird dort in einem Gesundheitszentrum ihren neuen Platz finden.
Wir saßen bei der Verteilung der Spenden mit im Boot und unterstützten Wolf mit unserem Auto. Dabei führte uns auch ein Weg in die Nachbarschaft unserer kleinen Farm. Hier besuchten wir einen Vater mit seinen sechs Kindern, wo kürzlich die Mutter verstorben war. Die Familie musste alle ihre Tiere verkaufen, um die Krankenhauskosten zu bezahlen und steht nun vor dem Nicht`s.Auch die Schule, in der Nähe unserer Farm, lag auf unserem Weg und zwei Computer, Schulsachen und natürlich Kuscheltiere brachten den Kindern viel Freude.Heute steht noch ein Besuch bei den Indianer in Asuncion auf dem Plan, bevor dann die Lagerhalle komplett geräumt wird.
Wolf`s Spendenaktion geht damit zu Ende und die Frage ob solche Aktionen wirklich helfen, oder ob sie den Aufwand wert sind, kann ich nicht beantworten. Eins ist aber sicher, bei den Menschen, welche das Glück hatten ein kleines Stückchen von dem Spendenkuchen abzubekommen, konnte man einen Glanz in den Augen sehen, der den Aufwand Wert war.

 
 

>die ersten Sachen verlassen das Lager


>40 Paletten Hilfsgüter mussten ausgepackt werden und heute Abend wurde das letzte Paket geöffnet. Neben Spielzeug , Schulsachen und Kleidung, kamen auch Dinge, wie ein Kopfmassagegerät oder ein Rasenmäher zum Vorschein. Auch ein paar Musikinstrumente waren auf den Paletten und sorgten bei der Arbeit, für Stimmung und gute Laune in der Halle.Zwischendurch gingen auch die ersten Lieferungen in die Häuser der armen Familien, welche sich Wolf im Vorfeld schon ausgesucht hat. Nun war auch endlich der Moment da, wo er für die Arbeit der vergangenen 12 Monate und vor allem für die lange Wartezeit in Paraguay entschädigt wurde.Wolf wird immer wieder gefragt, wie jemand auf die Idee kommt, so ein Projekt zu organisieren.Das ist doch Grund genug. Oder?

 

>Landung der Container


>Es ist endlich geschafft. Nach zweiwöchigem Kampf mit der paraguayischen Bürokratie, neuen Zollgesetzen und vor allem, dem unfähigen Despachanten Derly Peralta Pirelli, verließen gestern Mittag die zwei Hilfscontainer von Wolf, den Hafen Terport, vor den Toren von Asuncion.Wolf hat eine grosse Halle angemietet, wo die beiden Container entladen wurden.Natürlich blieb die Ankunft der beiden Container, von den Bewohnern des Städchen Cacupemi nicht ganz unbemerkt und schnell hatten sich viele an der Halle versammelt und schauten der Entladung zu. Sie kannten diese Aktion schon vom letzten Jahr und hoffen, dass auch in diesem Jahr wieder etwas für sie dabei ist.Am späten Nachmittag waren 40 Paletten Spendengüter von den LKW`s geladen und das lecker Bierchen hatten wir uns mehr als verdient.Nun bleiben noch zehn Tage, um die Sachen zu verteilen, bevor Wolf wieder nach Deutschland fliegt. Es gibt viel zu tun, packen wir es an.

 

>Hafengeschichten


>Die Wörter, Hafen und Container kann ich so langsam nicht mehr hören. Nachdem wir die letzte Woche jeden Tag am Hafen verbracht haben, geht es in dieser Woche genauso weiter. Immer wieder behindert die paraguayische Bürokratie die schnelle Auszollung der Hilfscontainer von Wolf. Auch der Capitano Derly Peralter Pirelli mischt immer noch fleißig mit und versucht weiter Geld von Wolf zu erpressen. Ein schnelles Ende der Auszollung und damit das Verteilen der Hilfsgüter, scheint mir nicht so schnell in Sicht. Die Geschichten der letzten Tage geben Stoff für ein dickes Buch und dazu kommen dann noch, meine erste Alkoholkonrolle in Paraguay, sowie meine erste Radkralle, in meiner Autofahrerära.Gestern morgen um sechs Uhr baten mich die Beamten, in das Atemkontrollgerät zu blasen. Natürlich stand 0,00 Promille in der Anzeige und wir konnten weiter fahren.
Am Hafen übersah ich dann ein Schild, mit dem Hinweis auf Gebührenpflicht und gegen Mittag, entdeckte ich dann eine Menge Eisen an meinem rechten Vorderrad.400.000Gs wollten die Beamten für die Entfernung der Kralle von mir haben und nach zähen Verhandlungen einigten wir uns auf 175.000Gs.
Ich hoffe, dass wir das Kapitel Hafen, bald abschließen können und das am Ende vielleicht nur noch die schönen Bilder im Kopf bleiben.Zum Glück, gibt es Fotoapparate, die uns diese Bilder ohne Emotionen festhalten.

 

>Doppelnamen in Paraguay


>Wenn in Deutschland jemand einen Doppelnamen hat, ist das eher die Ausnahme. In Paraguay ist das ganz normal und die Namensgebung war für mich immer sehr verwirrend. Marie nahm sich die Zeit und erklärte mir nun die Vorgehensweise bei der Namenszusammensetzung.
Nehmen wir an, der Mann heißt Thomas Meier Schulze. Die Frau heißt Katrin Müller Mustermann. Wenn diese beiden Personen heiraten heißt der Mann Thomas Meier Müller und die Frau Katrin Meier Müller. Bekommen diese beiden, egal ob nach oder vor der Hochzeit ein Kind, heißt dieses Ramon/a Meier Müller. Wenn dann, Ramon Meier Müller, Christina Beispiel Name heiratet, heißen diese beiden danach Ramon Meier Beispiel und Christina Meier Beispiel. Heiratet aber Ramona Meier Müller, Christian Beispiel Name, heißen diese beiden danach, Ramona Beispiel Meier und Christian Beispiel Meier.
Die Kinder von Ramona Beispiel Meier und Christian Beispiel Meier heißen dann also auch mit Nachnamen Beispiel Meier.
Alles klar? Ist doch ganz einfach, oder?

 
Ein Kommentar

Verfasst von - April 4, 2011 in nebenbei bemerkt

 
 
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