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Archiv für den Monat März 2014

Grassilage für den Kleinbauern


Wer jetzt hier einen Bericht über den Ausgang der Geschichte mit meiner Kamera erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Wieder einmal wurde ich auf die nächste Woche vertröstet und es heißt weiter geduldig bleiben.
Jetzt, Ende März, ist die Zeit, in der das Elefantengras in Blüte geht und die meisten Proteine in sich hat. Der beste Zeitpunkt also, um alles zu ernten und zu verfütter. Natürlich machen wir das nicht, da wir ja Zufutterreserven für den Winter brauchen und so bleibt das Gras stehen und wird Stück für Stück bis zum nächsten Frühling abgeerntet.
In Deutschland machen die Bauern für den Winter Silage und warum soll das in Paraguay nicht auch funktionieren. Wir probieren es in diesem Winter einfach mal aus und haben uns einen Silagesack gekauft. Dieser Sack hat einen Durchmesser von einem Meter, ist 5m lang und musste nun voll gestopft werden. Also hieß es Machete schärfen und los gings mit der Elefantenernte.

Da man das Elefantengras nicht einfach so in den Sack stopfen kann, kam das Gras vom Acker direkt in den Häcksler.

Der Sack musste nun gefüllt werden und das Gras fest und ohne viele Lufteinschlüsse in das Silo gepresst werden.

Silagefutter ist ein hochwertiges Tierfutter, insbesondere für Wiederkäuer, da die Tiere durch die Fermentation der Grassilage in der Lage sind, im Pansen auch Strukturkohlenhydrate zu verdauen.
Wie unser Versuch ausgehen wird, werden wir dann im Winter feststellen und sollte es gut funktionieren, werden wir im nächsten Jahr noch ein paar Säcke mehr stopfen.

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Ein Kommentar

Verfasst von - März 29, 2014 in Ackerbau, Elefantengras, Rinderzucht

 

Lieber Gonzalez Gimenez,


vor fünf Wochen brachte ich meinen Fotoapparat zu Ihnen ins Geschäft in Carapegua.

Es handelt sich um einen Apparat der Marke Sony, bei dem das Display ausgefallen war. Klassischer Fall von Garantie, denn die Kamera war gerade zwei Monate alt. Das sagte auch Ihre freundliche Mitarbeiterin und behielt das Gerät zur Reparatur in Ihrem Geschäft. Nach 14 Tagen sollte ich die Kamera wieder abholen kommen.
Lieber Gonzo, ich denke Sie haben nichts dagegen, dass ich Sie so nenne, denn inzwischen kennen wir uns ja schon einige Zeit. Also, lieber Gonzo, jetzt ist mein Fotoapparat schon fünf Wochen bei Ihnen und nachdem man, keine Ahnung wer, vor zwei Wochen festgestellt hat, dass das Display kaputt ist(?), sollte ich ein Ersatzgerät bekommen. Doch auf dieses warte ich seit diesem Tag vergebens.
Ich lernte auch Ihren Kollegen Antonio Palma übers Telefon kennen, übrigens ein mir unsympathischer Schleimer, der es versteht eine halbe Stunde lang zu faseln und dabei so viel auszudrücken wie ein 12 Wochen alter Säugling. Wie dem auch sei, ich war jetzt schon 8 mal in Ihrem Geschäft, weil ich eigentlich mein Gerät abholen kommen sollte, doch leider wurde ich immer wieder auf einen anderen Tag vertröstet. So auch heute.
Ich bin ein sehr ruhiger und verständnisvoller Mensch, glaube mir Gonzo, doch auch ich bekomme manchmal hohen Blutdruck und mein Hals schwillt an. Und das ist in sofern schlimm, weil mir dann das lecker Bierchen nicht mehr schmeckt. Und wenn es soweit ist, leidet meine Familie darunter, meine lieben Kinder, meine liebe Frau und meine Hunde und Katzen. Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Problem. Wenn meine Familie, sprich meine Frau, meine Kinder, meine Hunde und meine Katzen, meine schlechte Laune ertragen müssen, werden auch diese sauer. Und was das bedeutet möchte ich Ihnen einfach ersparen.
Also lieber Gonzo, lassen wir es nicht soweit kommen. Am kommenden Mittwoch schaue ich nochmal bei Euch im Laden vorbei. Ich versuche natürlich meine Familie zu Hause zu lassen, was ich aber nicht fest versprechen kann, und dann wage ich einen letzte Versuch einen Fotoapparat aus Deinem Geschäft mitzunehmen. Vielleicht hältst Du ja auch eine kühles lecker Bierchen für mich bereit, aber das muss nicht unbedingt sein.
Bis Mittwoch denn und muchos Saludos
Don Parakay

 
 

die Heilkraft der Natur


Vergleicht man heute die Lebensmittelpreise in Paraguay, mit denen in Deutschland, schneidet Paraguay längst nicht mehr besser ab als old Germany. Und nicht nur bei den Lebensmitteln, sondern auch bei vielen anderen Dingen des täglichen Bedarfs muss man in Paraguay oft tiefer in dem Geldbeutel wühlen, als in Alemania. Ich denke da zum Beispiel an das Internet oder viele Hightechgeräte. Und doch, es gibt da noch was, bei dem man in Paraguay sparen kann. Dazu geht man auf einen Wochenmarkt und sucht sich den Stand einer Kräuterfee. Da gibt es alles, was die Natur uns zu bieten hat und von dem die Pharmaindustrie überhaupt nichts wissen will.

Hier sieht man zum einen ein Moringagel, Kostenpunkt 10.000Gs. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es bei Gelenkschmerzen super hilft. Ich hatte Probleme mit dem Ellenbogengelenk, wahrscheinlich hervorgerufen durch die schweren 1Literflaschen lecker Bierchen. Und was soll ich sagen, nach zweimaliger Anwendung waren die Schmerzen weg.
Das andere sind Kapseln, aus einem Gemisch von Noni und Graviola. Diese wirken zellregenerierend, mindern Allergien, helfen bei Artritis, Asma, Diabetis, Übergewicht, Stress, Depressionen und wirken krebsheilend. Ausserdem hemmen oder verhindern die Kapseln Haarausfall und so ein Fläschen mit 90 Kapseln kostet 15.000Gs. Das so ein Zaubermittelchen nicht in die Philosophie eines Parmaunternehmens passt, kann man gut nachvollziehen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass uns die Forschungsergebnisse über die Heilkräfte der Natur vorenthalten werden. Doch ab und zu müssen die Medien auch mal aufklären, so wie in diesem Artikel.
Auch ich bin meiner Aufklärungspflicht für heute nachgekommen und daran sollte sich die Sonne mal ein Beispiel nehmen, denn seit heute Morgen regnet es wie aus Eimern und man kann so gar nichts machen. Obwohl, da fällt mir ein, mein Ellenbogen ist ja wieder voll einsatzfähig.

 
 

das alte Frage- und Antwortspiel


Wenn Blogger sich unterhalten, sieht das so aus. hier klicken

 
2 Kommentare

Verfasst von - März 14, 2014 in das Blog

 

Ostern schon was vor?


Na klar, Eier verstecken. Und danach? Wie wäre es denn, am Ostersonntag mit einem zünftigen Frühschoppen mit Livemusik? Wo? Na bei uns, auf der kleinen Farm. Wir wollen ein Schwein grillen und da wir das nicht alleine essen können, laden wir zum Osteressen auf die Farm ein. Unser Fluss hat geöffnet und unterm Wasserfall schmeckt ein lecker Bierchen besonders gut.

Wer also Lust hat, meldet sich bei mir unter parakay@live.de oder einfach unten die Kommentarfunktion nutzen. Ick freu mir und stell schon mal das Bier kalt.

 
5 Kommentare

Verfasst von - März 13, 2014 in Ostern, Partys

 

Kommentarfunktion wieder aktiv


Auf unserem Blog gab es in den letzten Tagen Probleme mit den Kommentaren. Irgendwie klemmten sie in den unendlichen Weiten des WWW fest. Jetzt sollte alles wieder funktionieren. Ihr könnt wieder „Kommentare“ unterm Post anklicken und euren Senf dazu geben. Auf die Plätze, fertig, los.

 
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Verfasst von - März 12, 2014 in nebenbei bemerkt

 

in Tante Helmuts Laden, an der Ecke vis a vis…


Stell dir vor, du schlachtest in Deutschland eine Kuh und verkaufst das Fleisch in der Nachbarschaft. Oder jemand steht an deinem Gartenzaun und fragt dich, ob du noch Schweinerippen hast. In Paraguay ganz normal. Wenn wir schlachten dauert es immer nicht lange und das Fleisch, was wir nicht so gerne essen ist ausverkauft. Nun hat es sich ergeben, dass die Leute uns auch fragten, ob wir ihnen eine Coca Cola oder Fanta verkaufen würden. Wir kaufen uns diese immer im Großhandel und stellen welche als Reserve hin.(Nein, es gibt nicht jeden Tag lecker Bierchen.) Unseren paraguayischen Nachbarn fehlt dafür ein Transportmittel, das Leergut oder einfach nur das nötige Kleingeld. Wir haben reagiert und jetzt auch kleine Brauseflaschen zum Verkauf im Kühlschrank stehen. Dabei kostet kein Getränk über 1000Gs, was nach dem heutige Kurs ungefähr 17 Eurocent sind. Und da nun die Knirpse aus der Nachbarschaft die Hauptkundschaft bei Helmut sind, wurden auch noch Lollis und Bonbons mit ins Sortiment aufgenommen.

Helmut hat Spass an ihrem neuen Geschäft. Öffnungszeiten gibt es nicht, sondern wenn jemand da ist, ist auch offen.
Jetzt hat sie auch noch Büchsenbier für die Großen kalt gestellt und ich muss mal schauen, ob  nicht noch irgendwo ein Reserveschlüssel für den Laden rumschwirrt.

 

den Wagen vor mir fährt ein schöner Ochse


Ich bin kein Fan von Montagen, doch ich habe gelernt, sie zu akzeptieren und zu erdulden. Gestern war wieder einmal so ein typischer Montag, an dem Murphys Gesetzt, mit voller Härte zuschlug.
Eigentlich wollten wir nur nach Aregua, um das Auto unserer Tochter zu uns auf die Farm zu schleppen, aber es sollte ein etwas länger dauerndes Unterfangen werden.
Zwei platte Reifen, an dem Kleinwagen von Marie, mussten erst einmal zum  Reifendienst. Als ich diese dann wieder montierte, fehlte eine Radmutter, doch wir entschieden, uns nicht von unserem Vorhaben abbringen zu lassen. Helmut setzte sich in unser Auto und ich sollte ihr unauffällig im abgeschleppten Fahrzeug folgen.
Ca. 2 Kilometer ging alles glatt, doch bei der ersten größeren Bodenwelle, riss das Abschleppseil. Wir hatten es eine Stunde zuvor gekauft und auf der Verpackung waren 6 Tonnen als zulässige Anhängelast angegeben. Hm, da hat der Peugeot 206 von Marie wohl heimlich ein paar Pfunde zugelegt. Obwohl, es war nicht das Stahlseil was nachgab, sondern der Schlepphaken rutschte aus seiner Halterung.
Egal, ein Spezialknoten und die Fahrt konnte weiter gehen. Bei dem Autito war die Batterie leer und elektrische Fensterheber sind dann nicht mehr so vorteilhaft. Die Abgase, von dem dicht vor mir fahrenden Fahrzeug, strömten direkt durch die meinigen Lüftungsklappen in den Innenraum und verpesteten mir die Luft. Frischen Sauerstoff bekam ich nur, weil ich ab und an die Fahrertür während der Fahrt öffnete.
Mit max. 50kmh kamen wir nun allmählich vorwärts. Bis nach Carapegua, welches knapp 35km vor unserer kleinen Farm liegt. An der größten Kreuzung der Stadt, löste sich irgendwie mein Vorderrad und überholte Helmut im Wagen vor mir. Die wurde dann auch durch lautes Krachen und Rumpeln daran erinnert, dass ich da noch hinter ihr hänge. So standen wir dann mitten auf der Kreuzung und ich war ohne Vorderrad. Ein Mechaniker war schnell vor Ort und schaute sich die Sache an. „Alles in Ordnung, du brauchst nur neue Radmuttern und dann können wir das Rad wieder anbauen.“ Im nächsten Ersatzteilladen bekamen wir diese dann auch und das Rad wurde wieder montiert. Jetzt denkt natürlich jeder, dass dies das Rad war, an dem schon eine Radmutter fehlte. Irrtum, es war das Vorderrad, und dieses hatte ich einfach vergessen, nach dem Abbocken nochmals fest zu ziehen.
Die Fahrt konnte weiter gehen und wir brausten wieder los. Kurz vor Quiindy fing es dann an zu regnen und nicht nur elektrische Fensterheber, sondern auch die Scheibenwischer sagen „nö“ bei fehlendem Strom und ich konzentrierte meine ganze Sehkraft auf das kurze Abschleppseil.
Dann bogen wir endlich vom Asphalt ab und es lagen nur noch 14km Sandweg vor uns. Es wurde langsam dunkel und als ich bei einer kleinen Talfahrt bremsen wollte, konnte ich das Bremspedal bis auf den Boden drücken, ohne dass mein Abstand zu Helmut geringer wurde. Im Gegenteil ich holte sie langsam ein bis ich ihr direkt an der Stoßstange klebte. Schitt, ich konnte ihr nicht bescheid geben, dass ich ein paar kleine Probleme hatte, denn meine Autoscheiben waren so verdunkelt, dass man nicht in den Fahrzeuginneraum schauen konnte und mein aufgeregtes Winken hätte sehen können. Meine Hupe hatte das selbe Problem wie Fensterheber und Scheibenwischer und es gab keine Kommunikationsmöglichkeit zur Brücke des Schleppers. Sie bemerkte auch nichts und fuhr langsam mit knappen 30 kmh weiter. Ich hatte mich inzwischen mit der Motorbremse angefreundet und konnte so vorerst auf Abstand bleiben.
Kurz bevor es zur letzte Etappe zu uns auf die Farm geht, hielt Helmut am Strassenrand an und ich presste mich an ihre Stoßstange. „Wir lassen das Autito lieber hier stehen, denn bei den aufgeweichten Weg, könnten wir Probleme bekommen.“
Jetzt fehlten noch 2 km bis nach Hause, doch Helmut hatte recht, denn der Lehmweg war inzwischen durch den Regen, schmierig und glatt.
Das Auto holen wir morgen. wir ließen es stehen und fuhren nach Hause. Unser Weg wurde in der letzten Woche erst begradigt und geschoben. Doch ich kann nicht behaupten, dass er jetzt besser ist. Im Gegenteil, tiefe Schlammlöcher durch aufgewühlte Erde und eine abgeschrägte Fahrbahn gaben eine andere Fahrspur vor, als ich wollte und so standen wir kurze Zeit später im Graben. Das Auto können wir dann wohl auch stehen lassen und mit Kühlbox und Einkaufstüten ging es den letzten Kilometer zu Fuss nach Hause.

Klitschnass und mit schweren Modderbeinen kamen wir zu Hause an und tatsächlich verlief der Rest des Abends ohne besondere Vorkommnisse. Heute morgen schaute ich mir dann das ganze nochmal bei Tageslicht an.

Da hilft nur schweres Gerät und wo der Mensch mit seiner Technik versagt, müssen eben unsere tierischen Vierbeiner ran.

Es dauert nicht lang, da war vor meinen Chinakarren ein Ochsenkarren gespannt und die zogen mühelos mein Auto wieder aus dem Schlamm.

Heute hat es nicht mehr geregnet und die Wege sind inzwischen abgetrocknet. Und da heute ja schon Dienstag ist, werde ich jetzt mal noch schnell das Autito aus dem Dorf holen.

 

scheiß Paraguay


Ich traf neulich eine Bekannte, die ich lange nicht gesehen hatte. Wir quatschten eine Weile, aber sie war über das Blog eigentlich bestens informiert. Die Frage war dann, ob ich Paraguay nicht manchmal etwas blauäugig darstelle. Hm, das gab mir zu denken und ich schaute mal im Internet, wie Paraguay wirklich ist.
Und da fand ich diesen Miesepeter. nie wieder Paraguay
(nur für Insider: „Mein Sohn, du musst auf die anders farbige Schrift klicken, dann kommst du auf die Seite.“) Da wird das schlechte Paraguay gut beschrieben und der Verfasser hat in vielen Dingen sogar recht. So, ich bin meiner Aufklärungspflicht nachgekommen und ich versuche jetzt mehr Pessimismus in meine Posts zu bringen. Und dass ich das schaffe, da bin ich ganz optimistisch.

 
 
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