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Archiv für den Monat Mai 2011

>der Glaser aus Quiindy


>Da sag noch einer, auf die Paraguayer ist kein Verlass. Unser Glaser kündigte sich vor ein paar Tagen für heute an und tatsächlich stand er am Nachmittag vor dem Tor. Und er, hatte das Auto, was ich immer haben wollte.Vater und Sohn griffen auch gleich zum Werkzeug und bauten unsere bestellten Fenster ein.1.700.000Gs kosten uns ein Fenster und eine Glastür. Der Winter steht vor der Tür und da sind wir froh über die neue Wärmedämmung.
Momentan leben wir auf einer Baustelle, aber wer uns kennt, weiß dass wir uns trotzdem wohlfühlen und…Helmut ihr neues Badezimmer ist auch schon in Arbeit.

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>Eiweiß mal anders


>Paul sicherte uns heute das Mittagessen und sammelte uns diese leckeren Dinger, für eine deftige Graupensuppe.War`n Spass, obwohl uns unser Capataz sagte, dass er die dicken Raupen schon gegessen hat. Aber Paul war trotzdem für das Mittagessen zuständig und erntete, das erste mal in unserem Teich, Tilapia aus eigenem Anbau.In gut einem Jahr, sind aus kleinen, 5cm langen Fischtilapiakindern, schmackhafte Fische geworden. Für Nachwuchs im Teich, haben die Tilapia auch zur Genüge gesorgt und wenn wir gebratenen Fisch essen wollen, muss nur noch einer die Angel auswerfen.

 

>Früchtewirrwarr


>Heute morgen beim Frühstück, unterhielten wir uns darüber, dass wir auch mal ein paar Erdnüsse anbauen werden und irgendwie kamen wir dann über Nüsse, zu Trauben und Beeren, ins streiten.
Wusstet ihr zum Beispiel, dass Banane, Tomate, Melone und auch Orange zu den Beeren gehören, oder dass Erdbeere, Himbeere und Brombeere keine Beeren sind? Die Weintraube zum Beispiel, ist keine Traube sondern Beere. Und so ist auch die Erdnuss keine Nuss, sondern eine Hülsenfrucht, wie Erbse oder Bohne.
Irgendwie verwirrend doch zum Glück gibt es ja das schlaue Internet, was für Aufklärung sorgt. Den Erdnüssen ist es wahrscheinlich egal und ich mach mir jetzt ein leckeren Beerensalat aus frischen Tomaten.

 
 

>die Beantragung von Brandzeichen und Kennmarke


>Wer sich in Paraguay, mit der Zucht und Haltung von Rindern beschäftigen will, kommt an der SENACSA nicht vorbei. Die SENACSA kann man grob, als das Kontrollorgan für Gesundheit, Bestand, Transport und Export von Tieren bezeichnen.
Jeder Region hat ihr eigenes zuständiges Büro, welches sich für uns in Caapuco, direkt an der Ruta 1, ca. 30km von unserer kleinen Farm, befindet.Es war bereits unser dritter Anlauf bei der SENACSA, wobei wir jedesmal andere Informationen zu benötigten Schriftstücken und dem zuständigen Büro bekamen. Auch heute wollte man uns, wieder unverrichteter Dinge gehen lassen, da wir erst unser Brandzeichen und die Marke beantragen müssten. Genau diese bekommen wir aber nicht, wie man uns beim vorherigen Besuch in einem anderen Büro sagte, ohne die Eintragung der SENACSA.
Nach einigem hin und her, konnten wir dann doch unsere Papiere da lassen, denn „zufällig“ kannte die nette Bürokauffrau jemanden, der für uns alle Wege erledigen würde und wir in ca. 20 Tagen unsere kompletten Papiere zusammen haben. Wir ließen noch etwas Kleingeld für den Bekannten da und fuhren, in guter Hoffnung, wieder nach Hause.
Nun bleibt es abzuwarten, ob die zwanzig Tage eingehalten werden. Wir sind in Paraguay und ich richte mich schon mal auf 40 Tage ein. So haben die Paraguayer immer die Chance, einen zu überraschen.

 

>meine erste Reitstunde zu Pferde


>Gestern Abend kam ich auf die Idee, doch nun endlich einmal einen kleinen Ausritt zu Pferde zu starten und Elso ließ sich da nicht lange bitten und zwei, gesattelte Pferde standen heute bei uns auf dem Hof. Die Male, an denen ich in meinem Leben auf einem Pferd sass, kann man an drei Fingern abzählen und so hatte ich dann auch schon beim aufsteigen ein paar kleine Schwierigkeiten.Letztendlich erlangte ich dann doch noch das Gleichgewicht und „gab dem Pferd die Sporen“.In gemächlichem Schritt ließen mein Capataz und ich, uns dann durch die Landschaft schaukeln. Leider gibt es davon keine Fotos, denn freihändig reiten war noch zu gewagt.
In der einen Hand die Zügel und in der anderen Hand die Peitsche, ging es über Stock und Stein vorbei an unserer Nachbarschaft. Und da gab es dann immer ein kleines Problemito. Beim Grüssen hob ich auch immer meine rechte Hand, an der wie gesagt die Peitsche baumelte. Das Pferd erkannte meine freundliche Handbewegung nicht als Gruß, sondern sah nur die Peitsche in die Höhe gehen. Das wiederum war dann wohl das Zeichen für den Vierbeiner, das Tempo zu erhöhen und somit bekam ich bei jedem Gruß, Schwierigkeiten im Sattel zu bleiben. Nach einer Stunde kamen wir, ohne Abwurf und Knochenbruch, wieder zu Hause an, wobei ich mir sicher war, dass der Nachbarschaft das Grinsen, über meine Reitkünste immer noch im Gesicht klebte.
Zwei Dinge weiß ich aber mit Sicherheit. Es war nicht der letzte Ausritt und morgen wird es schwer sein aus dem Bett zu steigen, denn den Muskelkater merke ich jetzt schon.

 

>+++Ende der kurzen Blogpause+++


>Kein Computer dieser Welt läuft ohne Strom. Auch nicht meiner. Irgendwie ist bei unserem Umzug mein Ladekabel vom Laptop in Aregua geblieben und so hatten wir seit zehn Tagen keinen Zugang zum http://www., was eine etwas längere Postpause im Blog zur Folge hatte. Jetzt ist die Stromversorgung wieder hergestellt und weiter geht`s.

 
 

>mit fast zwei Beinen auf der Farm


>In den letzten Wochen gab es einiges zu tun, aber ein Ende ist in Sicht. Marie wohnt in ihrer neuen Wohnung und wir haben auch fast all unsere sieben Sachen auf unsere Farm gebracht. Am Donnerstag kommt die neue Bewohnerin, unseres Hauses in Aregua und dann ziehen wir mit Paul ganz auf`s Land. Heute brachten wir die vorletzte Ladung zur Granja.Wieder einmal ging uns dabei unterwegs die Luft aus, was bereits für uns das dritte mal in Paraguay, der Fall war. Dieses mal schlitzte ein Stück Metall den Reifen auf und sagte „tschüss Druck“.Ich hatte leider keinen Minirock an und musste mich um die Panne selbst kümmern, was auch schnell erledigt war.
Am kommenden Wochenende gehen wir dann als echte Bauern in die Festivitäten zur 200-jährigen Unabhängigkeit Paraguay´s und zum Muttertag.
Morgen gibt es auch einen Grund zu feiern, denn ein guter Freund wird achtzig und gewiss wird ein lecker Bierchen und knusprige Bratwurst auf uns warten, wobei wir ein Problemito haben. In meinem Umzugswahn habe ich heute auch schon den Koffer mit Schlips, Anzug, kleinem Schwarzen und Stiefeln auf die Farm gefahren. Ich glaube aber Ernst wird uns verzeihen, wenn wir morgen schon wie echte Bauern, zu seiner Geburtstagsparty kommen

 

>Gans, Huhn und Ente


>Während die Zahl unserer Gänse noch überschaubar ist, habe ich beim Zählen der Hühner so langsam einige Schwierigkeiten. Aber mit einem kleinen Trick geht auch das. Etwas Mais verstreut, warten bis alle da sind und Foto machen.Nun kann ich ganz in Ruhe das liebe Federvieh durchzählen, ohne das es sich bewegt.
Heute morgen ist mir dabei unser neuer Erpel ins Auge gestochen, welchen wir im Februar zu uns auf die Farm geholt haben. Damals sah er noch so aus.Heute, nach drei Monaten, hat er sich super eingelebt. Er hat sich ein neues Federkleid zugelegt und seine Entendamen rennen ihm nur so hinterher.Aus dem hässlichen Entlein wurde zwar kein stolzer Schwan, aber ein hübscher Entenmann. Nun bleibt nur noch abzuwarten, ob aus den nächsten Enteneiern auch kleine Entenküken schlüpfen, was ich ihm, seiner Gesundheit zu Liebe, von Herzen wünsche.

 

>Marie zieht aus


>Morgen hat Marie ihren 18.Geburtstag und zwei Tage früher, als von uns vor knapp 18 Jahren geplant, hat sie das elterlich Nest verlassen und ihre erste eigene Wohnung in Aregua bezogen. Zwei Zimmer, Küche und Bad muss sie nun ohne die Mama sauber machen und auch der Kühlschrank füllt sich nicht automatisch.
In den letzten Tagen wurde kräftig renoviert, oder wie der Paraguayer gesagt hätte, es fehlt nur ein „poco Pintura“.Die Wohnung befindet sich nahe dem Zentrum von Aregua. Man muss schon ein wenig suchen, bevor man in Paraguay eine Mietswohnung findet, die in halbwegs vernünftigem Zustand ist und auch im Geldbeutel keine allzu großen Lücken hinterlässt. Marie und ihr Freund zahlen 350.000Gs zuzüglich Strom und Wasser. Der Preis geht in Ordnung und die Nachbarschaft ist nett. Unsere Hilfe beim Umzug, hat sich auf alle Fälle gelohnt, denn ihre morgige Geburtstagsparty findet in ihren neuen vier Wänden statt und so bleibt der Abwasch ganz alleine bei ihr hängen.

 
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Verfasst von - Mai 5, 2011 in Alltag, Preise

 

>die zweite Null


>Zwanzig Jahre ist es her, als ich in der Nacht vom ersten auf den zweiten Mai geweckt wurde. „Wir müssen los“.
Es waren bestimmt einige Bier über dem, normalen lecker Erstenmaibierchenpegel und ich rutschte aus dem Bett, als ob mir jemand zwei leere lecker Bierchen Kisten an die Füsse genagelt hätte.
Nachdem der erste Mai, wie immer mit einer zünftigen Bratwurst begann, endete er gegen Abend gewohnheitsgemäß irgendwo mit Freunden und einem oder zwei lecker Bierchen zu viel. Doch etwas war neu, an diesem ersten Mai vor zwanzig Jahren. Es war meine Frau, die aus der Rolle fiel. Nicht nur, dass sie den ganzen Tag nüchtern blieb, sondern Helmut hatte auch den ganzen „Arbeiter und Kampftag“ immer was zu nörgeln. Am Ende des Tages, war sie die einzig Nüchterne in der Runde und hatte das große Vergnügen, meine Kumpels und mich nach Hause zu fahren. Wir hatten einen kleinen Jeep und von Fahrkomfort konnte man bei diesem Auto nicht sprechen. Da konnte auch die Anwesenheit von vier hübschen, durchtrainierten, jungen Singleburschen das Fahrvergnügen nicht steigern und wir wurden ordentlich durchgerüttelt.
Am Ende eines, für mich harten 1.Mai`s, fiel ich zufrieden in mein Bett und überhörte die Predigten meiner geliebten Gemahlin.
„Wir müssen los“, mit diesen Worten korkte Helmut mich, gegen Mutternacht aus meinen Träumen und ich wusste was zu tun war. Tasche greifen, Wagen starten und ab in die Klinik. Hier verbrachte ich dann 12 anstrengende Stunden, bevor ich 3850g verpackt in 56cm Baby, in meinen Händen hielt.Paul feiert heute seinen zwanzigsten Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch und alles, alles Liebe und Gute auch auf diesem Wege.

 
 
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